Episode #018 „SINNFLUG“

Shownotes

Felix Seifert kennt den freien Fall wie kaum ein anderer. Und doch spricht er nicht von Abenteuerlust, sondern von Achtsamkeit. Nicht von Kick, sondern von Klarheit…

Im Podcast erzählt er von Sprüngen bei Nacht über São Paulo, von Musik, die lauter wird, während unter ihm ein Lichtermeer aufzieht. Von seiner Zeit als Profisportler – und davon, warum Herausforderungen erst dann Sinn stiften, wenn man sie wirklich annimmt…

Eine halbe Stunde über Angst und Vertrauen. Über Kontrolle und Loslassen. Und über die Frage, was passiert, wenn man sich traut, abzuheben – nicht um zu fliehen, sondern um anzukommen. Jetzt reinhören…

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00:00:17: Ihr Lieben, neue Ausgabe von Harald sucht den Sinn, heute mit Felix Seifert.

00:00:26: Felix ist Extrem Sportler, er ist ehemaliger Red Bull Athlet, er ist Wingsuit Pilot und Weltmeister im Skydiving.

00:00:40: Und wir gehen heute gemeinsam auf Sinnflug.

00:00:45: Felix, ich freue mich schon.

00:00:47: Lass dich erstmal herzlich begrüßen.

00:00:49: Hi Harald.

00:00:50: Schön, dass ich hier sein darf.

00:00:52: Freu mich sehr auf das gemeinsame Gespräch heute.

00:00:55: Wir sitzen hier in einem sehr imperialen Setting, würde ich sagen.

00:01:01: Freu mich jetzt sehr auf die nächsten paar Minuten oder vielleicht sogar Stunden mit dir zusammen.

00:01:06: Gehen wir zusammen auf den Sinnflug.

00:01:09: Ich freue mich auch, muss ich hier ganz ehrlich sagen, weil das ist echt ein spektakuläres Thema.

00:01:17: Jetzt muss man mal erklären, ich bin Leier auf dem Gebiet.

00:01:22: In dem Ganzen, was wir eben gesagt haben, kam nicht ein einziges Mal der Fallschirm vor.

00:01:27: Was ist der Unterschied zwischen Skydiving und Fallschirmspringen?

00:01:32: Skydiving ist schlussendlich da... angizistische Begriff für das Fallschirmspringen.

00:01:37: Die Amerikaner, wie so oft, haben sich dann natürlich den Begriff angeeignet.

00:01:43: Es ist ja eigentlich militärische Sportart nicht.

00:01:46: Also das Fallschirmspringen oder auch Skydiving hat ja einen Ursprung eigentlich im Militär für leider Kriegseinsätze.

00:01:55: Und daraus ist in den letzten, sagen wir mal, siebzig bis achtzig Jahren zivile Sportart entstanden.

00:02:01: Aber Sozusagen gibt es keinen Unterschied zwischen dem falschen Springen und dem Skydiving.

00:02:06: Okay, so, wieder was gelernt.

00:02:09: Aber jetzt muss ich mal sagen, wie kamst du

00:02:13: dazu,

00:02:14: dich irgendwie aus dem Flugzeug zu stürzen?

00:02:18: Also es kommt jetzt sicher keine klassische, ich habe als Kind ein Flugzeug gesehen und wollte immer schon mal das Fliegen erproben.

00:02:24: Das war ehrlich gesagt ein bisschen auch eine Leidensgeschichte.

00:02:29: Ich war damals im Spocken aus dem Indombien, damals noch als Skirenläufer auf der Skippiste unterwegs, also war da gerade so im Sprung Fistbereich, Europa Cup, großer Plan war eigentlich damals irgendwann mal die Streifenkitzbel runter zum Lösen als Weltkappläufer und haben wir dann eben Training am Allberg einen offenen Unterschenkelbruch zugezogen.

00:02:51: Schwere Verletzungen, mit Komplikationen auch.

00:02:54: Ich glaube, vier bis fünf Operationen, nur am rechten Unterschenkel.

00:02:58: Und das hat dann leider so ein bisschen eine Welle an Verletzungen losgetreten.

00:03:01: Also ich habe sage und schreibe, ich glaube, vierzehn oder fünfzehn Operationen in meinem Leben hinterlebt.

00:03:05: Und das ist eine Zeitspanne von drei Jahren.

00:03:08: Das heißt, Skisport in Österreich ist unglaublich kompetitiv.

00:03:13: hohe Dichte an Läufern, die auf die Startplätze warten.

00:03:17: Und ich hab's schon seitlich weit und einfach zu lange weg vom Fenster.

00:03:24: Und ich hatte im Sport-Kymnasium aber wirklich ein neues Zuhause gefunden und eine absolute tolle Schule, tolle Freunde gefunden, um Muster und Sport finden, dass ich ihm in der Schule bleiben darf.

00:03:36: Weil im Sport-Kymnasium, natürlich, sollte man Sport machen.

00:03:41: Und dann habe ich mich mit meinem Vater zusammen gesessen und mein Vater ist Vereinsgründungsmitglied vom Union Paraclub-Silveta.

00:03:50: Das ist der falsche Springerverein in Hornheims.

00:03:52: Der hat damals während seiner Medizinstudiumzeit, hat es an der Universität Innsbruck, das war Ende-Siebziger, Anfang-Achziger, hat es an der Universität Innsbruck einen Falschersprung-Kurs gegeben.

00:04:02: Die haben da zusammen mit ein paar Freunden diesen Kurs besucht.

00:04:06: und nach dem Studium rückte ich nach Vorarlberg diesen Verein in Hohenheims gegründet.

00:04:11: Und es gibt im Fallschirmsport eine Disziplin, die nennt sich Paraski.

00:04:16: Hat vorneweg mal überhaupt nichts mit behinderten Sport zu tun.

00:04:22: Das Vorurteil mit dem war ich lange konfrontiert und hab das immer wieder erklären müssen.

00:04:27: Die Disziplin Paraski ist eine Kombination aus Skirenlauf und Zielspringen im Fallschirmsport.

00:04:34: Das hat einen ganz interessanten historischen Hintergrund.

00:04:39: Lavinenretter in den späten siebziger, achtziger Jahren, die wurden teilweise wirklich in Labinengebiete per Helikopter falscher abgesetzt, inklusive den Skiern, sind dort abgesprungen auf die Skie und sind dann so in das Laviengebiet reingefahren.

00:04:57: Das habe ich ja noch nie gehört, dass hier quasi die nordische Kombination mit Skispringen und Langlauf, und das war Fallschirmspringen und Skifahren, sozusagen.

00:05:09: Ganz genau.

00:05:10: Also die Lawinenretter, die haben da damals schon, ich sage es mal, Kokona sind in den Hosen gehabt, weil in der Lawinengebiet mit Fallschirm einspringen ist definitiv nicht ohne.

00:05:19: Und daraus hat sich dann über die Jahre eben diese Sportdisziplin entwickelt.

00:05:24: Das war eine Kombination, zwei Riesentollaufdurchgänge nach normalem Fissreglement plus sechs Zielsprünge in einer Berglage.

00:05:33: Das heißt, beim Zielsprüngen hat man eine Matte auf dem Boden, eine weiche Matte für die Landung und eine elektronische Zielscheibe mit einem Durchmesser von zwei Zentimeter und das ist der sogenannte Nullpunkt.

00:05:47: Und diesen Nullpunkt probiere ich so genau wie möglich mit einem Fußtritt bei der Landung zu treffen.

00:05:53: Und dann gibt es ein spezielles Berechnungssystem, dass man die Zeit aus dem Riesentorler fährt und der, wo die beste Zeit hat, hat null Zentimeter.

00:06:02: Also geht im Prinzip mit null in das Zielspringen rein und dann kumuliert man aus diesen sechs Sprüngen die Gesamtabweichung von diesem Nullpunkt.

00:06:12: und der am Schluss am wenigsten Zentimeter hat, der gewinnt.

00:06:17: Und das war der Kickoff eigentlich für die Karriere.

00:06:21: Ja, genau.

00:06:24: Das war dann meine Sportart.

00:06:26: Und wir haben dann in so einer Nacht- und Nebelaktion den Vorarlberger Landes-Aero-Verband in das Sport-Kymnasium aufgenommen.

00:06:33: Da gehört ja einiges dazu.

00:06:35: Da muss man Dach-Verband haben,

00:06:36: etc.,

00:06:36: etc.

00:06:38: Und haben dann über Nacht diesen Aero-Club als Sport in das Sport-Kymnasium aufgenommen und hatte immer noch meinen Platz im Sport-Kymnasium mit der Disziplin Paraschie.

00:06:52: Du hast eben die Streif in Kitzbühl genannt.

00:06:55: Und dann hat die doch irgendwann später nochmal eine Rolle gespielt, weil ich habe gelesen, du bist doch tatsächlich dann mit Wingsuit die Streif runtergeflogen.

00:07:05: Das stelle ich mir total irre vor.

00:07:08: Erzähl.

00:07:10: War definitiv eines der, ich sage jetzt mal, zufriedenstellendsten Projekte, die ich in meiner Zeit bei Red Bull absolvieren durfte.

00:07:20: eben aus diesem einem Grund, dass man das damals im Jugendalter, der, ich sage jetzt mal, der Traum genommen wurde, war das dann im Jahr, ich glaube, ich glaube, das war gerade der erste Covid-Winter.

00:07:33: Da hatten wir, ich sage uns mal, Covid hatte bei uns auch seine Vorteile.

00:07:37: weil es waren keine Zuschauerlaubt.

00:07:39: Und wir haben natürlich bei solchen Projekten oder auch Showsprüngen immer das Thema, wir müssen gewisse Distanzen zu den Zuschauern einhalten.

00:07:49: Und da sind wir natürlich teilweise zwei, drei Meter über die Rennstrecke der Streif mit High-Speed-Schirmen und auch mit der Wingsuit drübergeflogen.

00:08:01: Covid hat das ermöglicht.

00:08:03: Die Streif war leergefecht, war wirklich frei.

00:08:07: Und da durften wir dann die komplette Strecke quasi als Pre-View für die TV-Produktionen abliegen.

00:08:17: Und er war natürlich Wahnsinnserlebnis, aber auch für mich, ihr ist nie genug dumm, weil man erreicht seine Ziele auf eine andere Art und Weise.

00:08:30: Es hat stark gefunden einmal im Leben.

00:08:32: Ach dir, das muss man dazusagen.

00:08:33: Du hast ja gesagt, im alpinen Skisport hat Österreich logischerweise von Natur aus viele Skifahrer und Skifahrerinnen in der Weltspitze.

00:08:46: Du hast aber es sozusagen dann in die Weltspitze vom Skydiving oder überhaupt vom Fliegen gebracht.

00:08:54: Wir hatten das vorhin so schön beiläufig gesagt, ehemaliges Teammitglied beim Red Bull Skydiving Team.

00:09:03: Das war es Besonderes.

00:09:05: Erzählen.

00:09:07: Ja, das ist natürlich, wenn man als Jugendlicher in so eine Sportart, in eine Randsportart reinfliegt, sage ich jetzt mal, ein großes Ziel.

00:09:19: Aber der Sport, ich sage jetzt mal, ist... Randsportart, wie die meisten Extremsportarten, da gibt es meistens außer Rum und Ehre nicht viel zu erreichen und nicht viel zu gewinnen.

00:09:30: Und ich hatte das natürlich sagen wir sehr tief in der DNA irgendwo verankert, dass dieses Ziel irgendwann Profisportler zu werden und damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen, war ich sage jetzt mal Red Bull natürlich da top of the list, weil ich bin natürlich auch mit dieser ganzen Ich sage jetzt mal, Aktivierungs- und Marketingschiene von Red Bull aufgewachsen, das heißt für mich waren Red Bull Athleten natürlich immer top of the game, charismatische und auch wirklich atletisch top Ausgebildete und performende Athleten.

00:10:09: Und das war dann schlussendlich Bei meinem Einstieg in den Sport, also mit sechzehn Jahren, hat in Salzburg einen vereingegeben, den HSV Red Bull Salzburg und hat ihre Pullo als Sponsor und bin dann dort schon so langsam in den Red Bull-Genuss gekommen, weil wir natürlich ausrüstungstechnisch einfach ein super Fundament hatten und wirklich toll unterstützt wurden.

00:10:38: und bin da mit den damaligen Mitgliedern vom Repuls Skydive Team eben schon in den Kontakt gekommen.

00:10:46: Das war dann schlussendlich das Ziel.

00:10:49: Im jungen Alter.

00:10:50: Irgendwann will ich mal ein Teil von dem Team sein, weil ... unglaubliche Möglichkeiten an Projekten, an Orten zu performen, an denen sonst niemand performen kann und natürlich auch eine gewisse Lebensqualität finanziell ganz ehrlich zu erhalten.

00:11:12: Aber

00:11:12: jetzt erzähl für uns nochmal als Sterbliche, was sind da für Highlights dabei gewesen, wenn du sagst, Orte und Möglichkeiten?

00:11:19: Ich frage jetzt auch gleich, Bist du immer aus dem Flieger gesprungen oder gab es auch Hochhäuser oder Bergklippen oder was auch immer sonst noch?

00:11:28: Ja,

00:11:29: hauptsächlich Flugzeuge und Helikopter, also alles was fliegen kann.

00:11:34: Die niedrigen Sprünge haben mich ehrlich gesagt nie so wahnsinnig fasziniert.

00:11:39: Also sowohl Häuser oder Brücken haben mich nie wirklich fasziniert, weil schlussendlich springt man darunter und man zieht sofort den Schirm.

00:11:49: Das ist ein wirklich.

00:11:51: meiner Meinung nach, und ich will da niemanden von meinen Kollegen oder ehemaligen Kollegen zu nahe treten, das ist jedem Designer, für mich hat da der sportliche Aspekt einfach immer ein bisschen gefehlt.

00:11:59: Also das war für mich ganz klar immer ein Kick und mehr dieser, wirklich dieser Adrenalin Rush dahinter und weniger der sportliche Aspekt.

00:12:12: Der sportliche Aspekt dahinter ist ganz sicher, der Freifall, klar.

00:12:16: Beim Winxelfliegen ist was unglaublich cool, wenn man der Bergkante entlangfliegen kann.

00:12:22: Habe ich auch gemacht, allerdings immer aus Flugzeugen oder aus Helikoptern raus.

00:12:27: Aber ja, da sind wir an unterschiedlich, also weltweit eigentlich an Orten gesprungen.

00:12:33: Speziell war natürlich immer Städte bei Nacht.

00:12:36: Also ich kann mich narrieren an Sao Paulo.

00:12:38: ... in der Nacht zum Karneval.

00:12:43: Das sind einfach Bilder.

00:12:44: Man ist da oben in einem dunklen Nichts und hat unter sich dieses Meer an Lichtern und ... ... also visuell und auch nachher auf Akustisch natürlich.

00:12:58: Man kommt da von dem Himmel irgendwie in diese Meute von hunderttausenden Menschen rein.

00:13:03: Aber ich rühre jetzt

00:13:05: Gänse auf.

00:13:06: Ja, ja, ja.

00:13:07: Also immer noch, immer noch.

00:13:10: Ja, und das heißt, Städte waren definitiv immer was ganz Spezielles.

00:13:15: Und dann, ich würde sagen, das kommt ganz darauf an, was einen persönlich berührt.

00:13:21: Also, mich hat er immer landschaftlich, hat mich zum Beispiel wüste.

00:13:27: Auch immer berührt.

00:13:30: Ein weites Meer an Sand.

00:13:31: Da war natürlich Dubai immer ganz speziell.

00:13:36: Aber auch, um ein bisschen den lokalen Augenscheid nicht zu verlieren, bei uns in Hohenheims ganz speziell.

00:13:42: Wir haben Wasser, wir haben Berge, schlussendlich die luftische Wahl gleich.

00:13:48: Ich sage jetzt mal mit Augen zu winken, die Schweizer glauben zwar immer, die Schweizer Luft sei besser, deswegen springen die Schweizer wirklich hauptsächlich in der Schweiz.

00:13:58: Aber ansonsten ist die Luft überall gleich.

00:14:02: Und je nachdem, auf was man halt abfahrt.

00:14:06: Also interessant fand ich.

00:14:08: Ich habe mal ausgerechnet.

00:14:09: Also wenn wir mal davon ausgehen, dass du pro Sprung ungefähr eine Minute freien Fall hast.

00:14:16: Dann warst du im Laufe deines Lebens vier und ein halb ganze Tage im freien Fall.

00:14:26: Ja, interessant.

00:14:27: Es wäre cool, dass man das simulieren könnte, vier und ein halb Tage.

00:14:32: Mittlerweile, Ende der Zeit bei Repul war ich knapp bei zehn Tausend Sprüngern.

00:14:36: Wenn man es hochrechnet, wären es wahrscheinlich sieben Tage, also eine Woche im freien Fall.

00:14:47: Ja, und es sind auch, ich bin jetzt zweiunddreißig.

00:14:50: Mit fünfzehn habe ich angefangen, also eigentlich mehr als die Hälfte meiner Lebenszeit bin ich mittlerweile in dem Sport unterwegs.

00:14:58: Und ja, es sind von den zehn und ein halbtausend Sprüngern, es sind natürlich viel Ausbildungssprünger, viel Tandemsprünger, wo ich Passagiere mitnehme.

00:15:08: So hat auch, ich sage jetzt mal, die professionelle Karriere eigentlich angefangen.

00:15:12: Das war in der USA, in Washington State.

00:15:15: bei Seattle in der Nähe, als Tannenpilot und AFF Instructor.

00:15:20: Nehmt man das bei uns im Sport, im Fachjargon.

00:15:22: Das sind schlussendlich die Ausbildungssprünger.

00:15:24: Wenn du morgen entscheidest, Felix, let's do it.

00:15:28: Ich möchte einmal alleine aus dem Flugzeug rausbringen.

00:15:34: Bei dem Tannensprung hängst du an mir dran.

00:15:36: Bei diesem AFF Ausbildungsprogramm bist du von Sprung eins an eigentlich mit der eigenen Ausrüstung unterwegs.

00:15:42: Du wirst aber von den zwei Lehrern begleitet und auch assistiert.

00:15:46: Genau.

00:15:48: Also das heißt aber, du machst das immer noch?

00:15:51: Genau.

00:15:53: Ich spring noch immer.

00:15:54: Das ist schlussendlich so eine tiefe Leidenschaft für diesen Sport.

00:16:02: Ja, das halbe Leben, ich habe es vor kurz angesprochen, das ist einfach tief in mir verwurzelt und verankert und gibt mir nach wie vor ganz, ganz viel Energie für andere Bereiche im Leben.

00:16:14: Und vor allem das Ausbilden ist mir einfach eine Herzensangelegenheit.

00:16:19: Leute, die in diesem Sport irgendwo, ich sage jetzt mal ein neues Zuhause suchen oder eben eine neue Faszination.

00:16:26: Das ist mir einfach eine Herzensangelegenheit, diese Leute da einzuführen und auch zu begleiten auf diesem Weg.

00:16:34: Also jetzt muss ich natürlich fragen, gibt es irgendeine Altersgrenze, wo du sagst, also bis dahin oder danach sollte man nicht mehr?

00:16:41: Nicht wirklich.

00:16:43: Schlussendlich muss der Schüler ein Medical ausfüllen als einen medizinischen Fragebogen.

00:16:49: Da vertrauen wir auf die Selbsteinschätzung.

00:16:51: Ansonsten sieht man das während der Ground School, das ist die sogenannte theoretische Ausbildung am Boden, sieht man da natürlich schon recht.

00:16:58: schnell, wenn es da irgendwelche Mängel gibt.

00:17:01: Aber, also mein ältester Schüler, der das wirklich durchgezogen hat, war dreiundsechzig, vierundsechzig.

00:17:08: Es gibt viele, die Tandemsprünge machen, also der älteste Tandempassagier war zweiundneinzig.

00:17:14: Aber da bist du wirklich Passagier, da muss man nicht wirklich viel selber machen, da geht es wirklich um das Erlebnis, also Verantwortung abgeben.

00:17:21: Das ist dann bei der Ausbildung schon was anderes.

00:17:25: Ja, also ich sag, solange man sich motorisch gut fühlt und vor allem mental einfach schnell schalten kann, überhaupt kein Problem.

00:17:35: Also, wir haben es ja Sinnflug genannt, den wir heute in Angriff nehmen wollen.

00:17:41: Jetzt ist die Frage, am Anfang war das sicherlich eher egoistische Geschichte, wo du sagst, das hat mir einen Kick gegeben.

00:17:49: Und dann kam irgendwann der nächste Schritt, kann es weiter geben.

00:17:53: Als Lehrer, als Ausbilder, als Begleiter, wie du eben gesagt hast bei Tannem Sprüngen.

00:18:00: Wie ist das vonstatten

00:18:01: gegangen?

00:18:02: Also du meinst den Übergang eigentlich?

00:18:04: Ja.

00:18:05: Der Übergang war schwierig, weil auf der einen Seite steht man dann auch mal so ein bisschen vor dem Nichts.

00:18:13: Man ist nach einer, ich sage jetzt mal, falschen Sprung, Karriere.

00:18:19: ist man nicht in der Situation wie ein Fußballspieler oder ein Skifahrer, dass man erst mal ausgesorgt hat.

00:18:26: Und jetzt, ich sage jetzt mal, natürlich auch nicht so in der Heiseuseite unterwegs ist die ganze Zeit, dass man überall zu jedem möglichen Kontaktpunkte knüpft und sich deshalb wieder neu selber aufbauen muss.

00:18:38: Und das Ende von der Karriere, das war ja, ich sage jetzt mal, Ja, fast eigentlich ein bisschen eine Zwangsende, einfach weil es mir mental nicht mehr gut gegangen ist.

00:18:48: Also das war dann im Laufe.

00:18:51: vor einem Jahr sind da einfach ganz viele Sachen zusammengekommen.

00:18:55: Faktor Angst ist dazugekommen und einfach auch der Faktor, ja, man wird älter und es wird fragiler alles langsam, auch wenn es immer noch in einem jungen Alter, aber wir reden da schon sämtlich von einem Sportlerleben.

00:19:08: Da ist man dann mit Anfang, Dreißig geht es einfach langsam ans Ende zu.

00:19:13: Und habe da für mich dann einfach nicht mehr den Sinn und Zweck gesehen.

00:19:20: Es war für.

00:19:22: Du brauchst eigentlich ein neues Wurfhör.

00:19:25: Die Situation finde ich hoch interessant.

00:19:29: Und wie du sagst, die Frage ist, sind, ich nenne es jetzt mal die Adrenalin-Chunkies, sind das die modernen Abenteurer?

00:19:38: Du dich was wachst, was viele stehen unten beim Zuschauen und schauen, mein Gott, wo mag der da?

00:19:49: Ich habe immer versucht, mich ein bisschen gegen den Begriff Adrenalin-Chunky zu wehren.

00:19:55: Und das ist auch wissenschaftlich bewiesen, dass dieser Rush von Dopamine, der nimmt, so wie der am Anfang exponentiell einfach wuff nach oben knallt, levelt der sich nachher aus.

00:20:07: Also dieser Rush und dieses Kribbeln, das verfliegt die Marschenszene, das war mit der Zeit.

00:20:14: Natürlich bleibt er da.

00:20:15: Man ist natürlich auch in dem Sport, wenn man öfters im Freien Fall unterwegs ist, hat man natürlich generell ein höheres Level.

00:20:25: Ich würde jetzt mal sagen, ja.

00:20:27: Man hat das in den letzten zehn Jahren auf jeden Fall gemerkt, dass Personen, die in den Sport kommen, die sind generell so ein bisschen, ich würde jetzt mal sagen, auf der alternativen Lebensschiene unterwegs, so ein bisschen diese Überlebenskünstler.

00:20:43: Überlebenskünstler, die halt gerne im Wein durch Europa düsen.

00:20:47: Das sind definitiv diejenigen, die auch die Seele von dem ganzen Sport einfach tragen.

00:20:54: Es ist schlussendlich ein Spiel, eine Gratwanderung und jemand, der sich in Sicherheit wohlfühlt.

00:21:04: ist Fehl am Platz, diesbezüglich.

00:21:06: Das

00:21:06: ist aber vergleichbar.

00:21:08: Ich sage immer, das habe ich gelesen, das sind die Surfer der Neuzeit.

00:21:13: Und da würde ich aber die Bergsteiger dazu zählen, dann gibt es die Kitefreunde, die auch so eigene Community haben.

00:21:23: Aber der Aspekt, den du vorhin sagst, das mit dem Wofür, das eine ist so ein bisschen der Lebensstil, der da zum Ausdruck kommt.

00:21:31: Da passen nicht alle rein, also es gibt irgendwie so einen Typus, glaub ich.

00:21:37: Und das andere ist echt das Wofür, also Wofür mache ich es.

00:21:40: Und dann hast du mir erzählt, dass du dann angefangen hast, auch beim Militär die Fallschirmspringer auszubilden.

00:21:49: Und da weiß ich aus eigener Verhauge, ich habe auch zwei Jahre Ausbilder gemacht bei der Bundeswehr.

00:21:55: Was das für eine erfüllende Zeit ist, ging es dir ähnlich?

00:22:00: Absolut.

00:22:01: Absolut.

00:22:02: Aus dem Grund, ich sage jetzt mal, man erfüllt nicht nur eventuell den Lebenstraum von einer Person mit dem Sprung ins Ungewisse oder mit dem falschen Sport, sondern man unterstützt Personen, Soldaten, eine ganze, eine ganze Kompanie mit Sicherheit und mit Know-how in diesen lebensbedrohlichen Situationen gut zurechtzukommen.

00:22:31: Und das ist halt einfach Fakt, dass die sich ab und zu in Krisengebiete begeben.

00:22:37: Und das war für mich dann natürlich was sehr erfüllendes zum Teil dazu beizutragen, dass wenn sich diese Personen in so eine Situation begeben, sich, ich sage jetzt mal auf, dass von mir mit oder übermittelten Know-how verlassen können, dass zumindest von dem Moment vom Absprung bis zur Landung nichts passieren wird.

00:23:00: Also finde ich sensationell schön, weil genau darum geht es.

00:23:04: Das kann man mit Equipment erreichen, dass man sich über die Dinge keine Gedanken machen muss, sondern sicher ist und sich auf das verlassen kann, was allen mitgegeben wurde.

00:23:15: Und ich glaube, dass es auch so etwas, wenn wir jetzt mal so ein bisschen den Schwung in die Zukunft nehmen, was auch für jedes Business die Grundvoraussetzung wäre.

00:23:27: Gibt den Mitarbeitern alles an die Hand, dass sie in den Situationen, und die gibt es auch im Business, diese Extremsituation, dass man sich auf das, was da ist, verlassen kann.

00:23:39: Und dass man sich auf das Wissen und das Equipment, das Instrumentarium und auf sich selbst verlassen kann in Extremsituationen.

00:23:49: Ich denke, dass da vor allem der Punkt psychologische Sicherheit, sich aus diesen beiden Gebieten gut übertragen lässt, weil je sicherer, je selbstbewusster ich sage jetzt mal im falschen Sport bin, desto weniger anfällig bin ich für Fehler.

00:24:08: Auf der anderen Seite glaube ich auch im Unternehmen, je sicherer ich mich im Team mit meiner Führungspersonen aufgehoben fühle, desto mehr kann ich mich entfalten und wirklich meinen Ich sag jetzt mal meinen Drive einbringen in das, was ich machen will.

00:24:27: Genau darum geht's.

00:24:30: Aber jetzt lass mich noch kurz auf den einen Aspekt eingehen, weil du es vorhin auch sagst, dass mit der Angst, dass die... Irgendwann kamen sie dann durch die Hintertür, kamen sie rein.

00:24:38: Das heißt, dieses Vorbereitetsein, das ist auch ein... Teil um die Angst in den Griff zu kriegen, glaube ich zumindest.

00:24:49: Und dann gibt es einen anderen schönen Spruch, wer keine Angst hat, braucht keinen Mut haben.

00:24:54: Weil natürlich gehört es dazu, die Angst irgendwie in den Griff zu kriegen.

00:24:58: Wie war das bei dir?

00:25:00: Für mich war das immer ganz klar zu differenzieren zwischen Respekt und Angst.

00:25:05: Ich habe das auch immer gepredigt.

00:25:07: Respekt ist der dauerhafte Wegbegleiter.

00:25:11: Und glaube nicht nur in diesem Sport, sondern ich glaube in vielen Belangen generell ist Respekt vor dem eigenen Tun und auch vor dem Tun des anderen Grundsubstanz, die man immer zu Hand haben sollte.

00:25:24: Nur es ist eben ein feiner Grad zwischen Respekt und Angst oder Furcht.

00:25:30: Und das löst auch ganz andere Reaktionen aus.

00:25:33: Es gibt dieses klassische Fight Flight Freeze Prinzip bei Angst und alle drei können in diesem Sport, sag ich mal, tödlich sein.

00:25:42: Und ich habe mir immer schon selbst versprochen, wenn der Moment kommt, dass Angst da ist, dann schauen wir, ob wir einen Weg finden, damit umzugehen.

00:25:51: Und wenn nicht, dann war es das.

00:25:52: Weil ansonsten bewegt man sich einfach in, in das Fähre rein, die ich nicht mehr kontrollieren kann.

00:25:59: Ich glaube, das war, Nikky Lauda hat das mal gesagt, oder?

00:26:04: Das ist ein ... kann er eingehen und mit dem kann er leben, aber nicht mehr.

00:26:11: Und das sagen wir üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben

00:26:26: üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben üben ü. Es verändert Reaktionszeiten, es verändert unsere gesamtes Bewusstsein, wie wir mit Situationen umgehen.

00:26:40: Und insofern hast du absolut recht, wenn dann natürlich Angst im Spiel ist, dann mag das in dem Moment, und wenn du was tust, wo, ich sag's mal, ein kleiner Fehler dir dein Leben kosten kann, dann wird es natürlich extrem gefährlich.

00:26:56: Gefährlich und nicht vertretbar.

00:26:59: Das schlussendlich... hat man irgendwann nicht nur sich selber gegenüber die Verpflichtung, sondern auch seinem Umfeld gegenüber.

00:27:07: Und ich sehe das leider nach wie vor bei uns in dem Sport drinnen, dass man irgendwann verpasst man den Punkt im übertragenen Sinn abzuspringen.

00:27:19: Weil wenn man mal fünf, zwanzig, fünfundzwanzig Jahre da drinnen ist, je älter man wird, desto schwieriger wird dieser Neustart.

00:27:27: Und dieser Neustart ist schlussendlich... liegt man da am Boden der Realität.

00:27:33: Für mich war das Sprung in die Bedeutungslosigkeit.

00:27:38: Das war natürlich viel Rampenlicht, viele coole Shows, coole Partys, coole Events, einfach ein cooles Chat-Setter-Life.

00:27:48: Und dann sitzt man fast von heute auf morgen im Büro drinnen und denkt jetzt mal, holy shit, jetzt sitze ich da und jetzt muss ich mal wieder drauf kommen, was ich eigentlich will.

00:28:00: Aber jetzt im Grunde durchlebst du dann das, was eigentlich fast jeder Sportler durchlebt oder jemand, der irgendetwas extrem gut konnte und extrem erfolgreich war, das aufhört und dann beginnt eine neue Zeitrechnung.

00:28:17: Aber du hast mir erzählt, dass bei dir der Punkt kam, dass du dir überlegt hast, wollen die Leute jetzt eigentlich mich sehen, den Felix Seifert oder ist ihnen eigentlich ... Die Person, die da jetzt aus dem Hubschrauber springt, völlig egal.

00:28:34: Es geht Ihnen nur um die spektakuläre Szene und ein bisschen auch, ich sage jetzt mal, um die Sensationslust.

00:28:41: Und dann sagtest du, irgendwie kann das nicht der Sinn des Lebens sein.

00:28:46: Wir sind da natürlich in einer Blase drinnen.

00:28:49: Also ich sage jetzt mal, diese Red Bull Blase ermöglicht ihr es nicht viel, ist aber einfach auch ein Stereotyp.

00:28:57: Also, schlussendlich verschwimmt dann diese Grenze von, ich habe einen Sponsor, der mich oder mir ermöglicht, das zu tun, was ich liebe, zu, ich bin jetzt die Person, die einfach nur diese Marke präsentiert.

00:29:15: Und da, ja klar, hat sie irgendwo angefangen.

00:29:19: Wie cool finde ich das denn noch?

00:29:21: Aber ich sage jetzt mal, in dem Alter damals hat natürlich viel noch damit zu tun.

00:29:25: Ja, wie cool ist das?

00:29:26: Wie kommt das an?

00:29:27: Also da geht es ganz, ganz viel natürlich auf, ich sage jetzt mal, externe Faktoren.

00:29:34: Wer ist Anfang zwanzig schon so bei sich selbst, dass man das alles völlig ausblenden kann.

00:29:39: Das sind alles so kleine Faktoren, die halt angefangen haben an diesem Bild von... Das war mein großes Ziel und wenn ich das Ziel erreicht, dann ist alles gut.

00:29:53: Da angefangen hat zu nagen und das war heavy.

00:29:58: Also jetzt bin ich da, wo ich Jahre dafür hingewertet habe.

00:30:04: und was mache ich denn jetzt?

00:30:06: Eigentlich fühlt sich das gar nicht so an, wie man das vorgestellt habe.

00:30:11: und diese Konfrontation dann, Realität und Vorstellung.

00:30:16: Und über die Jahre haben einfach die Faktoren überhand genommen.

00:30:21: Wir haben die Ziele gefehlt.

00:30:22: Wir haben ganz klar die Ziele gefehlt und muss auch sagen, habe ich doch das einfach auch ein bisschen fertig machen lassen.

00:30:32: Jetzt im Nachhinein betrachtet, ich hoffe Gott sei Dank immer schlauer, kann man sagen, ja okay, da hätte ich mir einfach ein bisschen mehr rausnehmen müssen und sagen, okay, was sind die neuen Ziele?

00:30:41: Wo kann es noch hingehen?

00:30:45: Mir hat es da einfach ein bisschen in diesen Sog reingezogen von Negativität.

00:30:50: Wir haben ja gesagt, wir gehen auf den Sinnflug.

00:30:53: Eigentlich sind wir jetzt genau an dem Punkt angelangt.

00:30:57: Und du solltest dir vornehmen, die Geschichte und dein Erlebnis, gerade das im Übergang einzupacken in eine schöne Keynote und sie möglichst breit in die Welt zu verteilen, weil... Ganz viele Menschen kommen an den Punkt.

00:31:17: Die meisten dann in der Midlife Crisis oder wenn irgendwas im Leben nicht so ganz funktioniert.

00:31:23: Bei dir war es jetzt über Sport ausgelöst.

00:31:26: Aber das ist genau der Punkt, um den es geht.

00:31:31: Bei sich selbst zu bleiben, dir neue Ziele zu suchen, dir ein neues Wofür zu geben und das mit der gleichen Leidenschaft zu verfolgen wie du deinen Sport verfolgt hast.

00:31:46: Aber jetzt lass mich noch kurz auf den einen Aspekt eingehen, weil mich es einfach interessiert.

00:31:50: Was macht der Moment mit dir, wenn du an der Tür stehst, im Flieger oder die Tür geht auf?

00:31:58: Ist es mittlerweile nach den Zehntausend Sprüngen eher Routine oder macht es noch was mit

00:32:05: dir?

00:32:07: Der Canada ist leider gar nicht unbedingt dieses Wow-Gefühl beschreiben, sondern das ist wirklich... wie die Autotür auf und zu machen.

00:32:18: Das wird halt zu Routine.

00:32:21: Und die Routine, ich kann Freund und Feind sein, aber ich denke mir jetzt gerade in diesem Sinne, dass das halt nicht mehr überwältigend ist, ist absolut gesund.

00:32:33: Weil auch Überwältigung kann zu Fehlern führen und einfach zu Unachtsamkeiten und dann nicht unbedingt gesund sein.

00:32:41: Was es nach wie vor macht, und das ist ab und zu ein bisschen das Schwierige daran, es versetzt mich wieder zurück in die Vergangenheit.

00:32:49: Ich habe ganz klar immer noch die Tage, weil ich dann denke, es war schon geil damals.

00:32:54: Ich glaube, es ist ein bisschen was... in der menschlichen Natur, dass man sich immer ein bisschen nach dem sehnt, was man gerade nicht hat.

00:33:02: Das ist immer so der leichte Kids-Lasser.

00:33:04: Das wäre schon nice, das ist zum haben grad.

00:33:07: Und da muss ich ganz ehrlich sagen, da bin ich noch nicht an dem Punkt, dass ich es wieder so für mich genießen kann und erleben kann, dass mich nicht wieder in die Vergangenheit zurückreist.

00:33:19: Und deswegen auch, ich habe das erste Jahr nach Repol volles Jahrpause gemacht.

00:33:25: Und das war auch gut so, weil ich habe die Stanz braucht, die Energie auch zum Schöpfen, was Neues zum Starten.

00:33:32: Aber um sich das dann wieder völlig neu zu entfalten, braucht es diesen Cut.

00:33:39: Und der Cut war dieses eine Jahr.

00:33:42: Und wie bereits erwähnt, die Hintertür ist innen drin einfach noch nicht ganz zu.

00:33:49: Und solange das nicht der Fall ist, habe ich

00:33:51: es... Musst du es denn zumachen?

00:33:54: Weil du könntest ja weiterhin, so wie jetzt auch, du könntest ja weiterhin als Trainer, als Ausbilder arbeiten und du bist ja Train the Trainer.

00:34:02: Ja.

00:34:03: Mit ganz zu machen, meine ich auch gar nicht, den Sport hinter mir lassen, sondern diese Zeit bei Red Bull hinter mir zu lassen.

00:34:12: Okay.

00:34:12: Ja.

00:34:13: Ich möchte nach wie vor viele, viele glückliche Jahre in dem Sport verbringen, nur eben auf deine Frage zurückzukommen, was macht es mit mir zur Zeit?

00:34:24: Wenn ich in der Ausbildung bin, dann ist das ganz was anderes, weil dann ist der Fokus natürlich auf den Schüler, wie bringe ich den am besten durch, wie, sagen wir mal, assistiere ich den am besten an seine Grenzen zu kommen und dort gut über die Runden zu kommen, ganz genau.

00:34:40: Das ist was anderes, aber wenn es jetzt nur wirklich um mich selber geht, da fehlt man zur Zeit einfach noch so ein bisschen der neue Drive dahinter.

00:34:49: Also ich habe sportlich da echt viel erreicht und das ist Da werden wir vielleicht andere Profisportler zustimmen, oder?

00:34:56: Wenn man halt einfach auf so einem Niveau war und dann dann auch natürlich durch kein Training mehr, durch deutlich weniger Sprünge, weniger Zeit in dem Sport, geht natürlich die Performance auch runter in den Keller.

00:35:09: Und dann muss man sich echt nur mit der Aktivität... zufriedengeben und nicht mehr mit dem sportlichen Aspekt.

00:35:16: Der genaues sportliche Aspekt war eigentlich immer dieser Drive und immer dieser, da kann ich mich verbessern, da geht noch mehr.

00:35:23: Und das ist jetzt weg.

00:35:25: Aber den kannst du ja übertragen jetzt auf das, was du jetzt vorhast.

00:35:29: Genau.

00:35:30: Und das ist eigentlich das, was ich glaube, was du auch gut schaffen kannst.

00:35:35: Weil du weißt, was das ausmacht, wenn du hundertprozent Fokus auf eine Sache gibst.

00:35:43: Der Fokus, hundert Prozent und vor allem das Commitment.

00:35:48: Ich glaube das Commitment, also einfach diese innere Überzeugung in das Tun und Handeln, das ist irgendwo das Fundament.

00:35:59: Wir haben damals im Team immer gespaßt, so ja, do what you love and you never have to work one day.

00:36:04: Also, man macht was du liebst und du musst nie einen Tag im Leben arbeiten.

00:36:09: Und die Voraussetzung dafür ist natürlich einfach eine Leidenschaft und einfach dieser Drive.

00:36:17: Und das hat er zeitlang gebraucht, bis ich den wieder gefunden habe.

00:36:23: Weil ich sage jetzt mal, ich hab den Cut gebraucht.

00:36:27: Und da höre ich immer wieder mal für Leute ein paar.

00:36:29: Er war eigentlich doof, genau, er war überhaupt nicht doof.

00:36:32: Weil es hat sich für mich einem richtig angefühlt.

00:36:36: Und trotzdem kann ich all das, dass ich da in der Zeit erlebt habe, gelernt habe und mitgenommen habe, jetzt in einem übertragenen Sinn weiter anwenden und weiter leben.

00:36:52: Also ich kann nur sagen, es ist heilsam, sich auf die Dinge zu konzentrieren,

00:36:59: die

00:37:00: dir wichtig sind.

00:37:01: Und die dir das Wofür geben, so wie du gesagt hast, wenn man das macht, was man gerne macht, dann fühlt sich das niemals wie Arbeit

00:37:09: an.

00:37:10: Das ist eigentlich das, worauf wir alle abzielen sollten am Ende des Tages.

00:37:14: Dinge zu tun, die uns einfach erfüllen.

00:37:19: Und den Mut von dem Neuen nicht verlieren.

00:37:21: Ich glaube, das ist ab und zu das Schwierige, sich aus diesem gemachten Nest wieder rauszubewegen und den Mut zu haben, in eine neue Richtung zu starten.

00:37:34: Aber genau in diesem Moment entsteht oft einfach dieser, nicht nur Kreativität, Inspiration, sondern einfach wieder ein neuer Drive.

00:37:42: Energie.

00:37:43: Energie.

00:37:44: Ganz genau.

00:37:44: Ein Energieschub.

00:37:45: Ich glaube, für ein langfristiger wirklich ... Erfüllung braucht es den Mut, denn der Mut, der ist unumgänglich.

00:37:53: Und weil am Ende des Lebens sind es die Herausforderungen, denen wir uns selbst stellen, die machen es zum erfüllten Leben.

00:38:06: Weil jemand, der immer in der Komfortzone gelebt hat, der weiß gar nicht,

00:38:12: wie

00:38:12: geil es ist, sich irgendwas wirklich... großes vorzunehmen, was wirklich ambitioniert ist vorzunehmen und ist zu schaffen.

00:38:24: Das was da am Ende überwiegt ist die totale Erfüllung.

00:38:28: Genau so wie du es vorhin von deinem Kitzbühl überflug erzählt hast.

00:38:35: Es gab selten einen Tag, wo du gedacht hast, mein Gott war das

00:38:39: cool.

00:38:41: Und das bleibt.

00:38:44: Mein Lieber, wir sind schon weit über die Zeit Grenze hinaus geschossen, aber es war echt ein sehr persönliches,

00:38:52: tief

00:38:53: greifendes Gespräch und ein toller Austausch.

00:38:57: Lass dir tausend Dank sagen für deine Zeit und dass wir uns heute hier ein bisschen im Sinnflug bewegen konnten.

00:39:06: Danke, Harald.

00:39:07: Freut mich immer.

00:39:09: wirklich unglaublich sehr, dir gegenüber sitzen zu dürfen, um mich mit dir zu unterhalten.

00:39:15: Danke dafür und ich hoffe, dass nicht das letzte Mal war.

00:39:19: Das hoffe ich auch.

00:39:20: Würde mich freuen.

00:39:21: Alles Gute,

00:39:22: mein Lieber.

00:39:22: Danke dir.

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