Episode #022 „SCHREIBSINN“

Shownotes

Holger Schaeben hat fast zwei Jahrzehnte als Werbetexter gearbeitet, bevor er sich ganz dem Schreiben von Büchern widmete. Seit 2012 arbeitet er als freier Autor und Ghostwriter. Ob Sachbücher, Unternehmensbücher oder Biografien – wenn Holger ins Erzählen kommt, entsteht Lesenswertes…

Doch im Kern geht es ihm nicht um das Schreiben selbst, sondern um das Gespür für Geschichten. Um die Fähigkeit, das Wesentliche sichtbar zu machen – und in eine Erzählung zu übersetzen, die berührt…

Im Podcast sprechen wir darüber, warum Schreiben weit mehr ist als ein Handwerk. Warum es befreiend sein kann, wenn etwas erzählt werden will. Und weshalb Bücher auch in einer digitalen Welt nichts von ihrer Kraft verloren haben…

Eine inspirierende halbe Stunde über das Leben, das Schreiben und das Streben nach Glück. Jetzt reinhören…

Transkript anzeigen

00:00:17: Ihr Lieben.

00:00:18: Neue Ausgabe von HARALD SUCHT DEN SINN.

00:00:23: Heute mit Holger Schaeben.

00:00:26: Holger ist Kommunikationsexperte, er ist Schriftsteller, er is Ghostwriter und er sagt von sich selbst der Dinosaurus Print.

00:00:40: Was er damit meint, wird er uns gleich selbst erklären.

00:00:43: wir gehen gemeinsam auf die Suche nach dem SCHREIBSINN.

00:00:50: Lass dir erstmal tausend Dank sagen lieber Holger, dass ich heute bei dir sein darf.

00:00:55: Dass wir heute bei Dir sein dürfen im schönen Salzburger Land.

00:01:00: Ich freue mich auch.

00:01:01: Harald Danke für die Einladung

00:01:04: Bin ganz gespannt!

00:01:06: Ich muss ja heute denken und sprechen.

00:01:09: gleichzeitig beim Schreiben muss ich auch denken aber da hört mir eigentlich immer nur einer zu nämlich ich selbst.

00:01:19: Ich glaube, der Prozess ist ein ganz anderer.

00:01:22: Oder wenn du ins Reden kommst als beim Schreiben?

00:01:27: Ja sicher total!

00:01:28: Also das ist ja ein relativ einsamer Job.

00:01:31: also man sitzt ja wirklich an seinem Schreibtisch in seiner Werkstatt oder in seinem Kämmerlein oder wie man es auch immer nennt und ist da ewig mit seinem Thema und sich selbst beschäftigt.

00:01:42: Das Schreiben ist dann schon so ein bisschen wie mit sich selber reden Ganz klar.

00:01:47: Wobei ich da natürlich den großen Vorteil habe, ich kann mich selber nachher noch mal wieder korrigieren und kann was rausschmeißen oder etwas neu dazufügen... Das ist ein wesentlicher Unterschied zur direkten Rede ganz klar!

00:02:00: Ich finde das Thema so speziell insbesondere die Frage wie bist du denn zum Schreiben gekommen?

00:02:10: Ja, also ganz ursächlich wie du eben gesagt hast komme ich ja aus der Kommunikationsbranche und da habe ich mich als Texter- und Konzeptioner immer logischerweise mit Sprache beschäftigt.

00:02:23: Und vielleicht habe ich intuitiv das damals schon richtig aufgesetzt denn ich bin ja dabei geblieben.

00:02:29: Ich mache heute auch nichts anderes als mit Sprachen umgehen und schreiben.

00:02:34: die Werbung hat mich in gewisser Weise lange begleitet und hat mich auch geprägt bis zu dem Zeitpunkt, wo oben noch auf der Stirnwerbung stand.

00:02:43: Aber keine Werbung mehr drin war und ich habe aber neben der kommerziellen Schreibe auch irgendwann angefangen zu schreiben.

00:02:53: also Ich bin nicht morgens aufgewacht und hab zu mir selber gesagt so ab heute schreibst du Notizbücher voll.

00:03:00: de facto habe ich es aber gemacht.

00:03:02: ja Und ich habe irgendwann gemerkt Das schreiben für mich auch so ein bisschen ein Ventil ist, um meine Emotionen zu sortieren.

00:03:13: Und das ist vielleicht schon der erste Sinnpunkt, den ich beim Schreiben sehe – es macht mich glücklich!

00:03:22: Und das war so'n bisschen wie eine Droge... Ich wollte immer mehr davon haben und bin dran geblieben angefangen alles mögliche aufzuschreiben zu notieren, meterweise Notizbücher vollgeschrieben.

00:03:37: Wahnsinn!

00:03:38: Die mir später auch noch sehr dienlich waren weil ich daraus natürlich schöpfen konnte wenn ich jetzt an irgendeinem Thema saß also in einem eigenen Buch vielleicht und habe so etwas geschrieben konnte Ich zurückgehen und nachschlagen und mich erinnern da hast du doch mal was notiert.

00:03:53: das wird auch hier glaube ich ganz gut sitzen.

00:03:57: ja Das war ein dynamischer Prozess, ganz einfach dieses Schreiben und immer weiterschreiben.

00:04:02: Also interessant finde ich unsere Parallelen!

00:04:06: Ich habe in den jungen Jahren jetzt weißt du wir haben ja beide die Werbebranche lange begleitet oder die Werbepranche uns wie immer.

00:04:14: da kann man jetzt sehen wie man will.

00:04:16: aber ich war in Deutsch beispielsweise in der Schule immer mit bei den schlechtesten also Sprache und erst recht Grammatik.

00:04:27: Das Schreiben und Lesen war nicht meins.

00:04:32: Ich habe bis zu meinem sechzehnten Lebensjahr genau die Bücher gelesen, die wir im Rahmen des Gymnasialunterrichts lesen mussten.

00:04:40: aber ich wäre nie auf die Idee gekommen freiwillig ein Buch in die Hand zu nehmen.

00:04:45: Wie war das bei dir?

00:04:46: Also ich glaube ich war ein ganz guter Deutschschüler.

00:04:49: Das hat aber natürlich auch wesentlich am Lehrer oder an den Lehrern gelegen, die es mir nicht schwer gemacht

00:04:54: haben.

00:04:55: Natürlich musste ich durch die gleichen Länds der hessische Landbote und... Ich weiß nicht wie sie alle heißen, muss dich durch.

00:05:04: Ich hatte eher so eine Schreib- und Lesestärke also keine Schwäche sondern eine Schreibe und Lesesterke.

00:05:11: Dann muss man einfach wissen dass bei uns zu Hause immer Bücher gab.

00:05:16: Meine Mutter war aber diejenige A. war sie im Bertelsmann-Buchklub, den gab es damals noch genau und da kamen immer kwartalsweise Bücher jedenfalls Quoll unser Wohnzimmerschrank über so.

00:05:29: aber sie hat so exzessiv gelesen wenn ich mich erinnere die letzten Bilder die ich von ihr habe sitzt sie in ihrem Sessel hat links und rechts ein Stapel Bücher.

00:05:41: also ich sage mal so ab vierhundert Seiten aufwärts und eins lasse sie gerade.

00:05:48: Und ich hatte alle sieben, acht, neun, zehn Tage den Auftrag in die Stadtbücherei zu gehen und für Nachschub

00:05:55: zusammen.

00:05:58: Also das war mein Job.

00:05:59: aber diese Stadtbühnerei muss man auch sagen war im Schloss Benrad also südliches Düsseldorf sehr schönes Barock-Schloss und ein Flügel.

00:06:10: die alte Orangerie war voller Bücher also dicke Steintreppe hoch knarrender alter Holzboden, Regalreihen ohne Ende und man ging auch irgendwie da durch in das Roch eigentlich immer nach Papier aber auch nach Geschichten.

00:06:27: Und das hat mich irgendwie total angeturnt.

00:06:30: Das war für mich ein Ort, an dem ich mich sauwohl gefühlt habe.

00:06:34: Ich hab da oft die Zeit vergessen.

00:06:36: Natürlich habe ich für Nachschub gesorgt, aber ich habe hier und dargespiegt und reingelesen und geguckt.

00:06:45: Viele Jahre später ist mir bewusst geworden, warum ich da so gerne bin.

00:06:50: Zufällig bin ich auf ein Buch gestoßen von einem amerikanischen Soziologen Ray Aldenburg und der hatte einen Buch geschrieben das heißt The Big Great Place.

00:07:02: Also es gibt eine sociologische Variante die heißt Third Place einfach Der Dritte Platz Und der dritte Platz Ist Ein Ort Zwischen Zuhause.

00:07:13: Und ich sage mal in dem Fall entweder da im Arbeitsplatz oder bei mir war es damals noch Schule.

00:07:18: Da zwischen irgendwo gibt's einen Ort, zudem ist dich immer wieder hinzieht und das war der Ort dieser Bücher.

00:07:26: Und gelesen habe ich zu dem Zeitpunkt alles was so Abenteuer Romane waren.

00:07:34: also mit Champlain bin ich durch Nordamerika gezogen in Alaska gejagt und ich weiß nicht, was man alles so las.

00:07:43: Karl May habe ich nicht gelesen aber ich hab mir auch immer wieder Bücher aus dem Schrank meiner Mutter gekriffen und eins war mal dabei.

00:07:49: das waren Gott sei Dank nicht so dick.

00:07:52: die Straße der Ölser dienen John Steinbeck.

00:07:57: Ich weiß nicht warum aber wahrscheinlich hat mich das vom Titel auch irgendwie angesprochen weil ich dachte was soll das für eine Straße sein?

00:08:02: In der Straße der Keine Ahnung, schon das Buch in die Hand nehmt habe ich.

00:08:07: Habe ich die Ösa-Dien schon gerochen und so weiter.

00:08:09: Aber was sich bei dem Steinbeck so toll fand ist wie er das alles beschreibt?

00:08:15: Dass du riechst es, du schmeckst es Du fühlst es Und du tauchst einfach ein.

00:08:24: Das war auch wieder so'n Aha Moment.

00:08:27: Also eigentlich kann man bei dir schon raushören Ja, das ist das Schöne.

00:08:30: Warum du dich selbst den Dinosauros printest?

00:08:33: Es muss was mit Papier zu tun haben und dem dritten Ort.

00:08:38: ja genau das spürst.

00:08:41: Und bei mir kam das viel später als ich anfing Tagebuch zu schreiben.

00:08:46: Ich saß beim Italiener und dann floss das seitenweise.

00:08:53: Das hat eine Art reinigende Wirkung Weil man es von sich weggeschreibt auf dieses Papier.

00:09:01: Also, man gibt die Gedanken, die Gefühle und die Emotionen.

00:09:04: Die gibt man an das Papier ab.

00:09:06: Das ist das eine und das andere weil du eben gerade den John Steinberg erwähnt hast.

00:09:11: Das ging mir dann irgendwann mit Goethe so.

00:09:13: oder mit Gustav Flaubert, oder Hilken.

00:09:16: Die in der Lage waren Situationen mit wenigen Worten in einer Weise zu beschreiben, kriege ich ja so kennen auch, die sie dich sofort erleben lassen.

00:09:27: Du bist sofort in der Landschaft im Raum, in der Situation drin und dass das möglich ist – mit Worten!

00:09:38: Das hat mich begeistert, dass ich anfing mich damit zu beschäftigen.

00:09:42: Aber das was du machst, hast es natürlich zur Profession ausgearbeitet!

00:09:46: Am Anfang war auch dieses ziellose Schreiben also nicht darum, dass sich jetzt sagen so Ich schreibe das jetzt auf weil da sollen Kurzgeschichten draus werden oder im Geschweige denn mal ein Buch ja?

00:09:57: Also einen Roman.

00:09:58: aber dennoch der Punkt kam irgendwann Dass ich...ich hatte noch kein Buch veröffentlicht gar nichts.

00:10:04: Ja, ich war Heute bin ich ein bisschen weniger als ein No-Name.

00:10:10: Ich habe dann gedacht, du schreibst so wahnsinnig viel jetzt versuch doch wirklich mal einen Buch zu schreiben, einen Roman einfach aus dem Grund einer Art Selbstprüfung.

00:10:23: Bist du dazu in der Lage, hast Du die Ausdauer?

00:10:26: Weißt Du überhaupt wie man so einen Stoff aufbereitet und wie man Plot baut.

00:10:32: Kriegst Du die Kurve oder rennst Du voll vor die Wand?

00:10:37: Ich wusste es nicht!

00:10:38: Also ich hab's gemacht tatsächlich gemacht.

00:10:41: Es war ein großes Lehr- und Lernstück.

00:10:44: Ich habe damals schon Dinge gemacht, von denen ich heute erst weiß dass man sie als Schreiber macht.

00:10:49: Also zum Beispiel Writing is Rewriting sagt man ja so immer wieder Neuschreiben und immer wieder Wiederschreiben.

00:10:55: also das hab' ich da auch gemacht und ich habe auch umgebaut.

00:10:59: Ja also ich habe es so klassisch aufgebaut dieses Buch in drei Akten also so Drama erstes zweites drittes Und irgendwann habe ich aber noch mal umgebaut und habe gemerkt Das kriegt einen ganz anderen Dreh.

00:11:10: Hallo Zu diesem Buch ist dann noch zu sagen, es hätte fast das Licht der Buchwelt erblickt.

00:11:19: Ich glaube, das muss so um zweitausend gewesen sein war ich in Elmau, Schloss Elmaut weil ich dieses Buch fertig schreiben wollte.

00:11:27: In der Zeit war ich auch solo, konnte tun und lassen was ich wollte.

00:11:32: So und jetzt war an diesem Ort eine Dame, die offensichtlich irgendwo auch nicht nur an dem was ich schrieb interessiert war sondern auch an mir.

00:11:42: Ich war aber noch gar nicht so weit, aber das ist ein völlig anderes Thema.

00:11:45: Jedenfalls hatte sie bereits einen Verlag und hatte auch eine Agentin.

00:11:50: Das sind diese Zufallsbegegnungen... Die keine Sinn?

00:11:53: Ja mit Baby von denen man die mal im Nachhinein immer gut erklären kann.

00:11:57: Aber in dem Moment dachte So, und sie hat mich dann zusammengebracht mit ihrer Agentin.

00:12:05: Und die fand den Stoff auch sehr spannend und hat gesagt okay ich mache das und wir suchen für dich einen Verlag.

00:12:13: Jetzt war ich zu diesem Zeitpunkt noch so unerfahren was diesen ganzen Literaturbetrieb angeht.

00:12:20: Und habe natürlich gedacht, sie haben nur auf mich gewartet mehr oder weniger auf mich erwartet und dann ja gut es vergingen die Wochen und Monate aber kein positives Ergebnis vonseiten der Agentur und ich hatte aber keine Geduld mehr und hab mich dann von der Agenture getrennt.

00:12:40: würde ich heute jedem von abraten, sowas zu tun.

00:12:43: Weil eine Agentur zu bekommen ist fast so schwer wie ein Verlag zu finden.

00:12:47: also gut Erfahrung abgebucht und so ist dieses Buch auch nicht weiter an Verlage herangetragen worden.

00:12:55: Ja

00:12:56: aber mich würde noch interessieren.

00:12:58: du hast das vorhin zu Beginn ja kurz angesprochen.

00:13:01: Ich fand es auch immer sehr angenehm in die Einsamkeit des Schreibens einzutauchen Und ich habe dann irgendwann mal ein schönes arabisches Sprichwort gehört, das heißt nur wer alleine ist kann von Engeln besucht werden.

00:13:18: Ja finde ich super schön und jetzt kann man die Engel auch nehmen und kann da Inspiration draus machen oder?

00:13:24: Oder von einer Mose geküsst.

00:13:28: Geht es dir ähnlich?

00:13:30: Wann hast du deine Ideen?

00:13:34: Ich hatte nie Angst vor dem Satz, wir brauchen eine Idee.

00:13:39: Also das ist glaube ich noch so ein Überbleibsel aus meiner Agenturzeit.

00:13:43: Ich muss heute eigentlich aufpassen dass sich nicht also zu viele Ideen entwickeln und zu wenige Einzelne verfolge.

00:13:53: Das Problem der Invasion der Ideen.

00:13:58: Auch heute sind wir mal anders unterwegs speziell, wenn es um Sachbücher geht.

00:14:03: Also nehmen wir uns mal ein Sachbuchthema her.

00:14:07: Früher halte ich mich wahrscheinlich hingesetzt und gesagt das Thema finde ich interessant, da schreibe ich jetzt mal ja und was schreibt das Buch?

00:14:12: Wahrscheinlich auch komplett fertig.

00:14:13: und dann gucke ich mal ob ich dafür einen Verlag finde dass die Harakiri mit wurde.

00:14:19: Heute weiß ich, dass gerade Verlage im Sachbuchbereich völlig anders ticken.

00:14:24: also du kannst dahin gehen und sagen Ich habe ein Thema Und es gibt ein Konzept und es gibt einen Exposé.

00:14:32: Es gibt zwanzig, dreißig Musterseiten die geschrieben sind.

00:14:36: Hättet ihr daran Interesse?

00:14:39: Erst dann würde ich mir wirklich sagen in dem Fall die Arbeit machen wenn es eine positive Resonanz gäbe und ich daraufhin einen Vertrag bekäme ja dann logischerweise würde ich diesen Vertrag erfüllen und das Buch schreiben.

00:14:56: Das ist bei meinen Auftragsbüchern, wenn ich als Großtreiter arbeite natürlich völlig anders.

00:15:02: Da kommen Menschen zu mir die vielleicht sogar eine ähnlich naive Vorstellung haben wie ich sie hatte.

00:15:08: also Sie haben ein Thema, Sie haben eine super Idee und es wird ein Bestseller und möglicherweise wird's sogar verfilmt.

00:15:17: Also da ist schon die ganze Bandbreite dabei.

00:15:20: das ist aber für mich also ne Beratungssituation.

00:15:22: Ich versuche die Leute erstmal abzuholen, wo sie sind.

00:15:25: Versuch mit ihnen herauszufinden was wirklich ihr Ding ist, wo Sie hin wollen und versuche Ihnen auch klar zu machen dass das ein langer Weg ist kein einfacher Weg.

00:15:37: abgesehen davon dass es natürlich Geld kostet weil's eine Dienstleistung ist muss man auch wissen dass es funktionieren kann aber nicht funktionieren muss Wenn ich die Absicht habe, mit dem Buch Geld zu verdienen.

00:15:50: Das muss man ganz klar sagen!

00:15:52: Wenn nicht die absicht haben mit dem buchgeld zu verdien also wenn ich jetzt nicht sage Ich muss möglichst viele Bücher verkaufen um über den break even zu kommen und auch noch Spaß zu haben Sondern wenn ich sage ich brauche ein buch Und ich bin sagen wir mal Organisationsentwickler Mir ist egal ob jemand das buch kauft.

00:16:12: a kann ich mich autor nennen und B ... kann ich das Buch im Zweifelsfall sogar verschenken.

00:16:19: Ich muss es nur an die richtigen Leute verschenke,... ...die dann auf mich aufmerksam werden und mich als Berater buchen.

00:16:28: Also dann wird ein Schuder draus!

00:16:31: Das ist die Sachbuch und das ist die Auftragsbuch, sagen wir mal.

00:16:34: Lage oder das Szenario?

00:16:35: Und da gibt's noch ein drittes Szenari, das ist nämlich das,... ..."Wenn ich als Holger schäben, mich selber hinsetze und an meinem..." Buchstoff schreibe, dann bin ich plötzlich wieder der Urautor im eigentlichen Sinne.

00:16:52: Es gibt ein inneres Bedürfnis warum mich über dieses Thema schreiben will und ich mache mir nicht darüber Gedanken ob es kommerziell ein Erfolg sein könnte, ob ich da überhaupt einen müden Euro mit verdienen würde.

00:17:06: Du willst loswerden?

00:17:06: Ich will das schreiben und ich Darum ist dieser Status des freien Autors.

00:17:15: oder wie du geschrieben hast, Schriftsteller können wir uns gleich auch nochmal drüber unterhalten.

00:17:20: Natürlich stark abhängig von Einkünften und Erlösen die du irgendwie auf andere Weise erlöse muss.

00:17:28: also du musst Geld über irgendeine Querfinanzierung verdienen.

00:17:33: so bei mir ist diese Quelle interessanterweise wieder mit dem Schreiben verbunden.

00:17:38: also das Thema Ghost Writing ist eigentlich eine Verbreitung des Spektrums der Anwendung, wenn du so willst meiner Leidenschaft oder auch meines Talents.

00:17:50: Das heißt, du schreibst Bücher für andere oder Bücher im Auftrag?

00:17:58: Da wäre jetzt meine Frage, stehst Du dann mit als Autor auf dem Buch?

00:18:04: Also als Ghostwriter bleibe ich im Prinzip unsichtbar, sonst wäre ich kein Ghost.

00:18:09: Das ist so die klassische Situation eigentlich.

00:18:12: Ich stehe nicht auf dem Titel, ich steh auch nicht im Impressum.

00:18:17: Wenn ich Glück habe komme ich in der Danksagung vor.

00:18:21: Es gibt Auftraggeber und Auftrag Geberinnen, die sagen dir ne, ich will explizit dass du mit auf den Titel stehst.

00:18:30: Du hast mit daran gearbeitet.

00:18:32: Das hat für die eine ganz andere Selbstverständlichkeit und die ist genauso normal wie bei den anderen, die es nicht wollen.

00:18:41: Und ich erlebe da ja auch Situationen wenn Menschen, für die ich gearbeitet habe und denen ein recht erfolgreiches Buch publiziert haben je mehr sie zu diesem Buch sagen müssen auch umso mehr glauben Sie daran dass sich selber geschrieben haben.

00:18:57: Also ein ganz faszinierender Prozess eben so wie man sich selber auch seine Vergangenheit erzählt und man glaubt ja, dass sei so passiert.

00:19:09: Weil es einfach nachvollziehbar erscheint.

00:19:11: So ist das bei manchen Buchkunden eben auch.

00:19:15: Aber du machst ganz viele verschiedene Dinge.

00:19:16: also Du hast Sachbücher wie wir jetzt vorhin schon gesagt haben Unternehmensbüchern Und was ich auch sehr interessant finde sind die Biografien.

00:19:26: Ja!

00:19:26: Also die Biographie macht einen gewissen Anteil aus bei meinen Aufträgen Ganz klar.

00:19:32: Auf meiner Autorenseite findest du natürlich die Bücher, die ich machen wollte und wie auch sehr unterschiedlich sind.

00:19:39: Also ich sage mal, die letzten beiden Werke waren sogenannte Dokurromane also dokumentarische Romane.

00:19:48: Das ist also ein Genre wo Du Faktum- und Fiktion zusammenführst.

00:19:54: Ich vergleiche das immer so ein bisschen mit der Arbeit eines Archäologen.

00:19:58: So der Archäologe findet Scherben Und setzt die zusammen und sieht sehr bald, erkennt den Körper das eine Vase oder ein Gefäß.

00:20:07: Die Scherben sind die Fakten.

00:20:10: Jetzt findet er aber nicht alle Scherbe und es bleiben Lücken.

00:20:13: Es bleibt immer dieser Körper!

00:20:15: Ich gehe dann her und versuche diese Lücken zu füllen indem ich fiktionale, erfundene Szenen einbaue Dialoge, die zum einen das Ganze viel nahbarer machen Zum anderen aber auch meine Lust an der detektivischen Arbeit, die ich habe.

00:20:36: Recherchieren, forschen, befriedigen.

00:20:40: also muss ich auch ganz klar sagen ja so und da hab' ich auch einen extremen Ehrgeiz.

00:20:45: also die Fakten müssen stimmen das ist alles authentisch.

00:20:51: Ich habe ein Buch über einen jüdischen Kaufmann geschrieben.

00:20:54: Er ist der Protagonist,

00:20:55: so

00:20:56: und ich hab dessen Lebensspur nachverfolgt, neunzehnt hundertdreißig sind Salzburger gewesen.

00:21:01: Den hat es also auch wirklich gegeben.

00:21:02: Die ganze Story ist real.

00:21:05: man konnte in Archiven relativ viel über ihn finden.

00:21:08: Ich habe noch seinen Enkel aufgetan in Israel um mit dem Kontakt klappt und mich ausgetauscht.

00:21:13: was will ich erzählen?

00:21:15: Der hat mehrere Fluchtversuche durchgemacht Und einer davon war, dass er in Aachen Eifel über die grüne Grenze nach Belgien und Frankreich sich hätte absetzen wollen und sollen.

00:21:32: Weil da gab es Schleuser und Fluchthelfer usw.

00:21:35: So jetzt musste der aber von Wien doch hin gelangen.

00:21:40: Was ich wusste ist... Wann der in Wien war zuletzt und ich wusste auch, wann er ankam.

00:21:47: So jetzt stellt sich die Frage wie kommst du?

00:21:52: In dem Zeitfenster von Wien nach Aachen?

00:21:55: es gab drei Optionen Auto

00:21:58: Zug

00:22:00: Flugzeug.

00:22:00: das war ja noch kein Krieg.

00:22:01: so Auto wäre wenn er richtig Gas gegeben hätte möglich gewesen aber Er hatte zu viele sagen wir mal Risikopunkte gehabt unterwegs.

00:22:12: also blieb Zug oder Flugzeug.

00:22:15: So, dann gab's beim Zug keine direkte Verbindung also er hätte es nur ganz knapp schaffen können.

00:22:21: Also bliebt nur der Flug so.

00:22:24: jetzt wusste ich also der ist geflogen.

00:22:26: ja von wo denn?

00:22:27: Wien schwächert gab's noch gar nicht!

00:22:29: Jetzt hab' ich den Ehrgeiz einen alten Flugplan zu finden aus der Zeit oder aus dem mir umzugucken.

00:22:35: was gab's denn dafür Verbindungen um wirklich Haar-Klein das nachvollziehbar zu machen?

00:22:42: weil Ich kenne Leser, die picken sich genau solche Kleinigkeiten raus und sagen das kann auch gar nicht sein.

00:22:48: Ja

00:22:49: genau dann schlagen sie dir um die

00:22:51: Ohren und das ganze Haus bricht irgendwo zusammen.

00:22:54: Aber um das Verständnis von Menschen zu fördern und eine Idee davon zu geben wie es wohl damals war ja kann man Geschichte darum erzählen und ich finde trotzdem die historischen Romane immer schwierig.

00:23:13: Ich habe es dann wissenschaftliche Romane genannt, dass das hart an der wissenschaftlichen Erkenntnis, an der Evidenz entlangfährt und möglichst wenig aus der Fiktion hinzufügt um den Wahrheitsgehalt nicht zu

00:23:31: verwässern.

00:23:34: Aber finde ich eine tolle Geschichte!

00:23:36: Und gerade dieses Eintauchen in einer Thematik Und das ist das Schöne, was ich irgendwie auch beim Schreiben bei dir erwarten würde.

00:23:45: Da kann sogar kein Ende kriegen!

00:23:47: Das ist wie ein Flow

00:23:49: oder?

00:23:49: Ich erlebe mich immer so... Auch wenn meine Stimmung vielleicht mal nicht so gut ist und wo andere zur Flasche greifen, greife ich zur Tastatur oder zum Stift und setze mich dann hin.

00:24:02: Und da entsteht natürlich dieser Flow weil es gibt jetzt mal Beschäftigungen und Konzentration auf nur eine einzige Sache.

00:24:11: Und du blendest alles aus, was rechts und links und vorne und hinten ist.

00:24:16: So entsteht ja der Flow Moment – das ist ganz klar!

00:24:20: Und das ist mir natürlich das Liebste.

00:24:22: Das muss ich ganz klar sagen, dass es auch das wo ich nochmal zu dem Thema Glück zurückkomme ja so also Ich habe bei mir in der Werkstatt also meinem Arbeitszimmer hängt ein Typoposter hab ich mal selber machen lassen.

00:24:34: da steht drauf Leben schreiben und das Streben nach Glück.

00:24:39: Natürlich habe ich mich bei Thomas Jefferson bedient, ist klar die Unterpählichkeitserklärung.

00:24:45: Ich hab lediglich das Wort Freiheit ausgetauscht mit dem Wort schreiben wobei das für mich tatsächlich ein Ersatz ist als auch so schon stimmig.

00:24:56: und Du hast eben zu mir gesagt, du schreibst ja sehr viele unterschiedliche Bücher.

00:25:01: Ja und so sehr vielen unterschiedlichen Themen aber es ist eigentlich immer dieses Motiv drüber.

00:25:07: Es ist immer diese Glückssuche.

00:25:08: also das ist wenn du willst dass der Sinn ja der einfach da herauskommt.

00:25:16: Und das Schöne ist er ist für jeden anders.

00:25:20: Für dich ist es das schreiben und sich fallen lassen in die Buchstaben und Worte und in die Geschichten.

00:25:29: Und du hast einen schönen Vergleich, den habe ich auf deiner Website gelesen irgendwie – der Übersetzer von Gedanken ins Sprache oder ins Schreiben rein?

00:25:40: Du, auf eins wollte ich noch eingehen und zwar ... Ich hab Ihnen Vorbereitung von unserem Gespräch darüber nachgedacht dass eigentlich der Schreiberberuf im alten Ägypten mit der wichtigste Beamtewart ins im Land gab.

00:25:56: Wir machen uns heute ja darüber keine Gedanken, das war nicht nur vor fünftausend Jahren im alten Equipment sondern bis vor wenigen hundert Jahre schreiben und lesen ein Privileg was noch ganz wenig vorbehalten war so dass heißt jemand der schreiben konnte sowie du das jetzt dein Leben lang praktizieren.

00:26:17: das waren außergewöhnliche Personen, die sozusagen teilweise Theaterstücke schreiben oder Geschichten aufschrieben.

00:26:27: Die genossen ein ganz anderes Ansehen als heute.

00:26:32: Das ist meine Meinung!

00:26:33: Wie siehst du das?

00:26:35: Ja es gibt das Bild des Schriftstellers in der Öffentlichkeit... ...das ist so'n romantisches Bild glaube ich.

00:26:44: Ich hatte interessanterweise vor ein paar Wochen das Gespräch mit meinem Sohn.

00:26:49: Der sagte zu mir, du bist ja gar kein Schriftsteller.

00:26:51: Du bist ja Autor.

00:26:54: Das ist auch gut!

00:26:58: Was

00:26:58: sah er denn für einen Unterschied?

00:26:59: Ja

00:26:59: der Unterschied hat er mir auch erklärt.

00:27:01: Der Schriftställer ist eher so etwas Altmodisches.

00:27:05: Also das was eben wahrscheinlich durch die Schule auch vermittelt wird und du hast die großen Namen und alten Meister und das war ein Schrift-Steller und Dichter.

00:27:15: Und du bist Buchautor.

00:27:18: Ja, du hast vollkommen recht.

00:27:21: Also ich bin Ghostwriter und Autor.

00:27:25: Natürlich habe ich mich auch selber gefragt wo ordnest du dich ein oder willst du dich überhaupt irgendwo einordnen?

00:27:32: Ist das wichtig für deinen Ansehen?

00:27:34: Wichtig ist erst mal dass man versteht was ich tue.

00:27:36: so das ist erstmal das wichtigste überhaupt.

00:27:39: Ich hab für mich irgendwann eine ganz eigene Definition gefunden und zwar Wenn du jetzt dieses akronymen Pen nimmst, also die Schriftstellervereinigung kommt ja eigentlich aus dem anglizistischen amerikanischen.

00:27:52: pen heißt also poems essayists und novelists Und mir persönlich gefällt dieses novel ist unheimlich gut.

00:28:01: Das heißt nämlich einfach nur erzähler.

00:28:03: Ja genau

00:28:04: und so sehe ich mich auch als ich versuche immer alles was ich zu vermitteln habe oder zu übersetzen in einer erzählenden Form zu tun.

00:28:15: Das belletristische sowieso, aber eben auch wenn ich ein Sachbuch schreibe versuche ich eben auch dieses Erzählerische immer da reinzubringen.

00:28:24: also ich sage aber umgekehrt es von mir bekommt keiner was anderes gibt's

00:28:28: etwas schönes als eine Erzählung aufzuschreiben?

00:28:32: Nein, ich liebe dieses Wort einfach auch.

00:28:35: Weil es sagt eben ganz viel darüber wie wichtig diese Kulturtechnik dies ist bevor sie mit Papier und Stift in Verbindung gebracht wurde ja immer schon da war nämlich die Leute haben immer erzählt Und dieses immer wieder zitierte Beispiel am Lagerfeuer erzählte der von seinen Abenteuern oder der von der Reise.

00:28:59: Das hat eben dieses Ascharsche auf der einen Seite, was ganz toll ist und auf der anderen Seite... ...ist es menschlich ja auch so ein Moment wo du dich über etwas erzählt, was du erlebt hast?

00:29:12: Ja das ist so ein Eigenexistenzbeweis sozusagen, dieses Erzählen!

00:29:17: Du siehst ja auch egal in welchem Jahrhundert oder Jahrtausend wir uns befinden, dies erzählen existiert immer irgendwie.

00:29:24: Hat

00:29:24: schon immer wird!

00:29:25: Auch das Marketing wie du weißt hat uns ja mit dem Storytelling...

00:29:28: Das ist ein ganz schlimmer Begriff.

00:29:30: ich finde das schlimm weil das vergewaltigt die Erzählung die was Authentisches in sich trägt.

00:29:39: und der Storytailing is für mich eine Erfindung mit Zweck

00:29:44: Also

00:29:44: mit Gewinnerzielungsabdücht?

00:29:46: Natürlich, natürlich.

00:29:47: Da herrscht auch so ein bisschen so'n Graubereich.

00:29:50: also das Verständnis vom Storytelling ist oft nicht ganz klar.

00:29:55: und dass vom klassischen erzählen oder das sei dasselbe aber es ist genau wie du sagst also des klassische Erzählen hat erst mal keinen Zweck sondern ist mehr da weniger selbst weg.

00:30:06: Es soll keiner was lernen Es soll auch keiner was kaufen am Ende Und es soll auch keine bestimmtes Image eines Absenders inhalieren und aufnehmen wie beim Storytelling.

00:30:18: Es ist ein tolles Werkzeug, ich frage mich natürlich immer Mensch du warst jetzt so lange in der Werbung hast Du nicht früher auch schon Storyteling gemacht?

00:30:26: Das hieß nur nicht so.

00:30:28: also diese ganze Begriffserfindung

00:30:32: muss immer

00:30:33: mal anders heißen Storytelling.

00:30:38: Lieber Holger, wir sind schon weit über die übliche Podcast-Grenze hinaus.

00:30:43: Nichtsdestotrotz ich finde das Thema so spannend weil genau das fehlt mir in unserer Welt dieses ehrliche wahrhafte Absichtslose.

00:30:56: Das gibt's fast nirgends mehr.

00:30:59: alles ist mit Absicht markiert und das ist das was dich auszeichne, dass du die erzählende Form niederschreibst und andere damit erfreust.

00:31:14: Wie hast Du gesagt?

00:31:14: Wenn Du einen Auftrag kriegst freut sich das Kind in dir!

00:31:18: Ja

00:31:18: ja da freut ich das Kind.

00:31:19: Und wenn die Leute Deine Sachen lesen, freut es sich das Buch.

00:31:23: Freut sich Das Buch.

00:31:24: Ganz genau.

00:31:25: Sensation.

00:31:26: Lass Dir tausend Dank sein

00:31:28: für die

00:31:29: halbe Stunde.

00:31:29: heute war mir ein Fest.

00:31:31: Absolut.

00:31:32: Mir auch.

00:31:33: Lasst Dir gut gehen.

00:31:34: Dir auch.

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