Episode #025 „ZUKUNFTSSINN“
Shownotes
Prof. Dr. Achim Kampker gehört zu den Menschen, die nicht nur über die Zukunft nachdenken, sondern sie aktiv gestalten. Mit dem StreetScooter bewies er früh, dass Elektromobilität auch jenseits großer Automobilkonzerne funktionieren kann. Als Wissenschaftler und Unternehmer arbeitet er heute an neuen Konzepten für nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft und lebenswerte Städte…
Im Podcast sprechen wir darüber, warum Nachhaltigkeit und Wohlstand kein Widerspruch sind, weshalb wir wieder mehr Vorfreude für das entwickeln sollten, was vor uns liegt, und warum die Ingenieure der Zukunft weniger Dirigenten als gute Jazzmusiker sein müssen: flexibel, anpassungsfähig und bereit, Chancen zu ergreifen, wenn sie sich bieten…
Eine inspirierende halbe Stunde über Zukunftsmut, die Evolution der Marktwirtschaft und die Erkenntnis, dass Fortschritt dort beginnt, wo Menschen wieder Lust auf Zukunft entwickeln. Jetzt reinhören…
Transkript anzeigen
00:00:17: Ihr Lieben, neue Ausgabe von HARALD SUCHT DEN SINN.
00:00:22: Heute mit Professor Dr.
00:00:25: Achim
00:00:26: Kampker.
00:00:28: Der Prof.
00:00:29: Kampker
00:00:30: ist
00:00:31: Wissenschaftler und ein Tech-Unternehmer.
00:00:35: Er ist ein Pionier der E-Mobilität.
00:00:39: Ein Vordenker, ein Autor und ein Zukunftsvisionär.
00:00:45: Das nehmen wir zum Anlass, um heute gemeinsam auf die Suche nach dem Zukunftssinn zu gehen.
00:00:54: Ich sage erstmal herzlichen willkommen im Podcast und danke, dass ich heute hier sein darf!
00:00:59: Ich habe zu danken, ich freue mich.
00:01:01: Ja, ich mich auch – auf das Gespräch, weil ich das Thema so interessant finde. Und ich steige jetzt gleich mal ein.
00:01:08: Jetzt haben wir schon ganz viele Dinge gehört in der Vorstellung. Wie kommt ein Ingenieur zur Zukunft?
00:01:16: Ja, das ist tatsächlich eine spannende Frage.
00:01:18: Ich gehe mal noch einmal einen Schritt zurück.
00:01:20: Wie bin ich überhaupt Ingenieur geworden?
00:01:22: Und das war damals bei der Entscheidung tatsächlich in ein negatives Ausschlussverfahren.
00:01:26: Ich habe mich gefragt was ich alles nicht machen will; und Ingenieur ist übrig geblieben
00:01:30: tatsächlich ja und so bin ich dazu gekommen.
00:01:34: Da habe ich nichts Negatives dran gefunden.
00:01:37: Dann bin ich da reingestartet und hab' dann festgestellt: Als Ingenier mit Technologie kann man 'ne ganze Menge bewegen.
00:01:47: Aber dazu gehört auch einiges, dass man es wirklich bewegt.
00:01:50: Dass man nicht das sogenannte Over-Engineering also sich zu Tode engineert
00:01:54: und nochmal hier ein bisschen Technik und da ein bisschen Technik.
00:01:57: Und da hat mir, glaube ich, wieder der Gedankengang von vorher, den ich formuliert habe im Ausstoßverfahren geholfen, dass ich nicht der Knispler-Ingenieur, der bis zur letzten Perfektion die Technologie treiben will, sondern einen sehr starken Blick da drauf hat, was kann ich denn damit tun?
00:02:17: Und das ist glaube ich wirklich meine Hauptantriebsfeder.
00:02:21: Dass sich umsetzen will, dass ich, wie man Neudeutsch sagt, einen Impact haben will und dass dabei wirklich was rumkommt ja und das ist meine Kernmotivation.
00:02:32: Und dann sind nämlich die ganzen Sachen, die sie eben genannt haben, das hört sich so an: Was will er denn noch alles machen? Der verzettelt sich ja total. Auf einmal zusammenkristallisiert
00:02:41: der Ingenieur, der umsetzt.
00:02:42: Der Wissenschaftler, der nicht nur forscht, sondern auch will, dass aus seiner Forschung etwas wird und dafür muss ich etwas unternehmen dazu muss sich Unternehmer sein.
00:02:51: Und an einem Kristallisationspunkt kommen diese Sachen, die sie aufgezählt haben, nämlich wirklich alle zusammen.
00:02:56: und in dem bewege ich mich schlussendlich und das ist für mich deshalb nicht ganz viele Handstampf in allen Gassen-Thematik, sondern ich bin genau in einer unterwegs und die heißt: Aus der coolen Technologie, etwas für die Gesellschaft zu machen und umzusetzen.
00:03:13: Also das ist eine fantastische Erzählung!
00:03:16: Und ich finde da waren jetzt ein paar Worte dabei, da will ich gleich noch mal einhaken.
00:03:21: Während der Auseinandersetzung mit Ihnen und Ihrem Schaffern, ist mir ein Gedanke gekommen dass es glaube ich sehr wenige Leute in unserem Land gibt, die weniger erzählen und mehr tun.
00:03:35: Das würde ich mir wünschen, dass es viel häufiger vorkommt.
00:03:37: Weil genau das was Sie eben gesagt haben dieser erste Motivationsschub ist nicht per se etwas Neues auf die Beine zu stellen sondern zu fragen Was brauchen wir denn?
00:03:48: Was ist die Notwendigkeit?
00:03:49: Was können wir lösen?
00:03:50: und das finde ich eigentlich einen super schönen Ansatz.
00:03:53: und sie haben ein weiteren Punkt drin gehabt mit wenn man etwas umsetzt muss man etwas unternehmen Und das ist für mich auch die Basis von Unternehmung.
00:04:04: Also man tut etwas, man schöpft etwas.
00:04:09: Und da kommen jetzt zu dem nächsten Punkt Sie.
00:04:11: es sind Mit Erfinder, Mit Gründer der Street Scooter GmbH Deswegen auch die Sache mit der Elektromobilität.
00:04:23: Wollen sie darüber ein bisschen was erzählen?
00:04:25: Ja sehr gerne weil das ist ein Stück weit einfach die Geburtsstunde von dem ist Was ich danach eigentlich aufgebaut habe Street Scooter nur noch als Beispiel genutzt hat.
00:04:37: Es fing alles damit an mit der Diskussion, wir wollen wirklich aufzeigen dass wir Probleme lösen die es tatsächlich auch gibt also nicht irgendwelche wie man sich ausdenkt sondern dies in der Realität gibt.
00:04:49: so und da wollen wir nachweisen das ist das zweite.
00:04:51: also sollte das Problem geben und was uns in der Vergangenheit eigentlich erfolgreich gemacht hat dass wir auch schnell waren.
00:04:57: nicht der große frisst den klein sondern der schnelle den langsam Ist ja so ein bewegter Satz, der oft zitiert wird.
00:05:05: Und ich finde da ist viel Wahres dran.
00:05:06: und diese Geschwindigkeit und diese Effizienz die uns erfolgreich gemacht hat, die wollten wir wieder beleben.
00:05:14: Das war eigentlich so die Geburtsstunde.
00:05:15: Wie kann mit schneller Innovation, heißt ja erfolgreiches Produkt?
00:05:19: Also eine Invention ist eine Idee und eine Erfindung und Innovation heißt es ja erst wenn's dann erfolgreich schlussendlich ist.
00:05:25: Wichtiger Unterschied!
00:05:26: Und das war der Treiber.
00:05:28: und dann ist diskutiert worden woran zeigen wir das denn?
00:05:30: also diese Forschung wie man schneller innovieren kann, wie man schneller eine Innovation hinkriegt.
00:05:35: da arbeiten wir hier in der RWTH seit vielen vielen Jahren schon dran.
00:05:39: Und dann haben wir uns überlegt, was interessiert denn jeden?
00:05:42: Die erste Idee war Fußball.
00:05:43: Aber da ist uns dann nichts eingefallen.
00:05:44: Fußball die Achtzig Millionen Trainer jetzt auch wieder akut aus Deutschland.
00:05:49: Aber was kann man da schon erfinden das es einfach eine Traditions-Traditionsspiel und haben gesagt Auto!
00:05:55: Auto des deutschen liebsten Kindes lasst uns damit etwas machen.
00:06:00: und dann ja aber Verbrenner eh Auto Da ist vieles auch einfacher, vieles simpler.
00:06:07: Einiges auch schwer aber vieles erst mal einfacher.
00:06:10: und so ist die Idee geboren.
00:06:11: kommen wir beweisen das was wir worüber wie so reden ja dass es tatsächlich geht Und machen wirklich ein echtes Ingeniering für einen Fahrzeug Ja und starten und dann hat sichs tatsächlich.
00:06:23: und das ist auch nochmal wichtig normalerweise sind wir in Deutschland Wir planen dann was kann in den nächsten zehn Jahren alles passieren welche Risiken gibt?
00:06:31: sondern fangen wir erst gar nicht an Wir haben einfach losgelegt und die erste Idee war ein Kleinfahrzeug.
00:06:38: Über diese Idee des Kleinfahrzeugs, also erst mal das Tunz kam dann die deutsche Post auf uns zu uns zu sagen, guck mal wenn ihr so einen Klein-Fahrzeug da macht.
00:06:46: wollt er nicht mir eine Elektrotransporter machen?
00:06:49: Da hab ich gesagt, dass ist ne Chance.
00:06:51: Da habe ich gesagt wir machen ja PKW bleibt du mir mal weg.
00:06:54: sondern da hab ich gedacht wir ändern jetzt unseren Plan Ergreifen diese Chancen, die uns da gerade über den Weg gelaufen ist.
00:07:02: Also alle anderen Pläne waren aufgeworfen und gesagt wir konzentrieren uns auf dieses Thema Zustellfahrzeug weil es da eine reelle Chance gibt dass das wirklich umgesetzt wird und in Serie kommt.
00:07:14: so und das ist ja finde ich ein viel besser Beweis als Wir haben's bis zum Punkt X geschafft aber nicht in die Serie.
00:07:21: Wir mussten es ja bis zur Serie schaffen, um den Beweis halt anzutreten.
00:07:24: Also haben wir diese Opportunität ergriffen und damals war ein Jürgen Gerdes im Postverstand der hatte da richtig Lust drauf.
00:07:31: So das habe ich eben auch erkannt dass da einer ist der entscheiden kann und es aber auch tut und Lust auf ein Thema hat.
00:07:38: Diese Konstellation die ist dann gold wert wenn Menschen zusammenkommen die alle wollen Und nicht Bedenkträger sind und einem Steine in den Weg legen, sondern Steine weg räumen.
00:07:48: Also mithelfen, Steine weggeräumten.
00:07:50: Teilweise habe ich immer wieder das Gefühl, dass ganz viele Menschen in Europa dafür da sind, ein Stein in den Wege zu legen.
00:07:58: Da waren mal Leute die die Steine mit weg geräumt haben.
00:08:01: Tolle Sache!
00:08:02: Diese Chance haben wir dann ergriffen und sind tatsächlich ja zu zehntausenden Fahrzeugen gekommen, die heute auch noch wirklich rumfahren und unterwegs sind.
00:08:12: Und auch da wieder, es ging uns nicht einfach nur E-Mobilität machen, Koste ist was es wolle.
00:08:17: Sondern da haben wir hinterfragt dieses Fahrzeug ist für die Zusteller ein Werkzeug.
00:08:23: Das ist also eigentlich im erster Linie ein Auto sondern ein Werkzeuge.
00:08:26: das heißt sie machen damit ihren Job ihre Arbeit und müssen dieses Werkzeug benutzen dabei.
00:08:32: Und dann haben wir gesagt, ah ja, dann richten wir uns voll danach aus.
00:08:35: Wie sieht denn euer Arbeiten aus?
00:08:37: Ihr beladet ihr entladet ihr steigt über zweieinhalb mal am Tag ein und aus aus diesem Werkzeug.
00:08:42: Ja wie können wir das so gestalten dass es für euch ideal ist also neben dem dass es ein E-Fahrzeug ist und so sind die drei Türen in die Box hinten reingekommen so ist die Ergonomie des Ein- und Ausstiegs angegangen worden und somit war es ein ideales Werkzeug für die Zusteller.
00:09:00: Und das ist eben, finde ich, das Spannende immer am Fallbeispiel, am Punkt zu gucken was braucht der jeweilige.
00:09:07: Wer ist der Kunde?
00:09:08: Also wer ist der, der es haben will oder gebrauchen muss in dem Fall und wie kann man dafür sorgen dass das optimal darauf zugeschnitten ist um diese Probleme?
00:09:17: schlussendlich löst also immer diese Markt-und Kundenorientierung mit drin.
00:09:22: Und deshalb find' ich's nach wie vor ein erforderendes Beispiel.
00:09:24: Das war zwar ein sehr spitzes Produkt Ja, das ist jetzt der Heilspringer und die Zeigensmal der deutschen Automobilindustrie.
00:09:32: Das war ja gar nicht die Intention und es hier auch nicht vergleichbar weil wir müssen noch mal sehen, die Automobil Industrie baut Millionen Fahrzeuge, ist ein ganz anderes Business, ein ganz anders Geschäft.
00:09:42: Nichtsdestotrotz ist damit gezeigt worden dass für die letzte Meile E-Mobilität funktionieren kann so und das war eigentlich auch die Mission in sehr schneller Zeit mit wenig Ressourcen Und das war das was wir eben auch nachweisen wollten und tun wollten Und dieser Erfolg und dieses Lernen dabei.
00:10:00: Das war dann auch so der Baustein, wo ich gesagt habe, guck mal wenn das da funktioniert und geklappt hat.
00:10:06: genau aus dieser Idee heraus umsetzen machen.
00:10:10: Da müssen wir mehr machen.
00:10:11: es gibt so viele Rohdiamanten die hier an der Universität rumlegen aber auch in den Unternehmen und wir müssen jetzt umsetzten.
00:10:19: kommen ist mangelt nicht an Ideen sondern wir müssen sie gangbar machen.
00:10:22: Und dann kamen genau diese Fragen.
00:10:24: Wie funktioniert Transfer aus einer Universität heraus?
00:10:27: Wie kann ich Geld akquirieren, um Wachstum hinzubekommen?
00:10:33: Wozu ist Europa eigentlich gut?
00:10:35: Ich war so begeistert davon, dass es eine Währung gab und man überall hinreisen konnte.
00:10:40: Das waren Begeisterungsmerkmal.
00:10:42: Dann sind wir ein bisschen falsch abgebogen aus meiner Sicht, das war viel über Klein-Kleinregeln
00:10:46: usw.,
00:10:47: haben die Wirtschaftsunion aus den Augen verloren.
00:10:49: Das finde ich wieder ne Vision.
00:10:51: Und so ist das Stückweise gekommen, dass wir brauchen eine gemeinsame Vision.
00:10:55: Wie das vielleicht nach dem zweiten Weltkrieg die soziale Marktwirtschaft gewesen ist?
00:10:59: Wir brauchen also ein Ziel müssen auf der operativen Ebene Hindernisse wegräumen – die Steine von denen ich immer gesprochen habe.
00:11:07: Und dann können wir nach wie vor auf der Gewinnerstraße schlussendlich sein.
00:11:12: Das ist das, was mich seitdem eigentlich antreibt, dass aufzuzeigen und möglichst vielen Menschen Mut zu machen nicht so sagen ich muss doch auf andere warten andere müssen erst etwas tun.
00:11:23: Ich bin noch so klein und da möchte ich einmal nochmal in Erinnerung rufen Wir haben mit drei Leuten angefangen und fünftausend Autos gebaut hätte uns niemand zugetraut.
00:11:31: das heißt es ist ein riesen Schritt Und ich glaube, jeder kann in seinem Umfeld halt unglaublich viel erreichen
00:11:38: und gangbar machen.
00:11:39: Was für eine wahnsinnig begeisternde Geschichte!
00:11:44: Weil da ist etwas umgesetzt worden was als ganz anderes Projekt begann und das ist etwas was ich glaube was auch in Zukunft ein Skill sein muss für Unternehmen.
00:11:59: Ich habe ein Beispiel gesucht und hab den Jazz aus der Musik gefunden.
00:12:03: Die klassische Rockmusik oder die Pop-Musik hat immer eine ganz klare Songstruktur mit Strophe, Bridge, Refrain, Solo und im Jazz weiß der Musiker um neun zu nur dreißig noch nicht was um zwanzig Uhr gespielt wird.
00:12:18: Es entsteht um zwantig Uhr oder nach zwanziger Uhr!
00:12:23: Und deswegen finde ich das Beispiel von Ihnen mit dem Street Scooter so interessant weil Das war eine Kurskorrektur, weil sie feststellten da ist jetzt ein Markt.
00:12:35: Da is'n Bedarf!
00:12:36: Da sind Menschen mit denen wir das gemeinsam auf die Beine stellen können.
00:12:40: lass es uns tun dann müssen wir halt den Kurs ein wenig korrigieren.
00:12:46: aber genau diese Flexibilität glaube ich ist das was wir für die Zukunft brauchen.
00:12:51: Ja oder was glaube ich auch einen Kernunterschied zu jetzes?
00:12:54: Wir versuchen eben Wir haben ja in Europa das Vorsorgeprinzip.
00:12:59: Das heißt, wenn wir was Neues planen, dann gucken wir uns... Ist ja im Prinzip nichts Falsches dran.
00:13:05: Erst mal alle Risiken an!
00:13:06: Was kann denn da so schief gehen?
00:13:07: Was kann passieren?
00:13:09: Legen dann, fangen dann Standards anfasst zu legen aber das zementiert einen insbesondere Bereich den man noch nicht so gut kennt wie KI, wie automatisiertes Fahren, wie Elektromobilität.
00:13:21: Das legt einen halt unglaublich fest.
00:13:23: Das heißt man macht Regeln für Sachen die man auch gar nicht so genau verstanden hat, wie eine Marktwirtschaft dann schlussendlich eben funktioniert und das halte ich eben für ein Fehler.
00:13:32: Man muss erst mal ein Stück weit laufen losgelaufen sein und da kann man sich ein Bild machen ist.
00:13:37: deshalb finde ich diese Jazz Analogie super weil der Künstler dann ja wahrscheinlich eben auch er sieht wie seinen Publikum reagiert.
00:13:44: Der weiß im Prinzip hat ja Fähigkeit, die Kompetenzen hat er dabei und passt sie aber dann an.
00:13:51: Das ist genau das, deshalb finde ich es eine super Analogie, also passt aus meiner Sicht sehr gut.
00:13:58: Und das ist das was uns glaube ich so ein Stück weit abhandengekommen ist dass wir eben uns eizementiert haben in so vielen Regeln und Gefangen haben Immer mit dem Guten im Sinn.
00:14:09: Also ich unterstelle da gar nicht irgendwie eine böse Absicht, aber wir strangulieren eigentlich das was uns erfolgreich gemacht hat.
00:14:15: in einer freiheitlichen organisierten Demokratie ist ja gerade und das loben ja auch immer alle die Kreativität und das Ausgestalten das was den Unterschied macht zu einer Diktatur wo von oben genau gesagt wird was du darfst was du nicht darfst.
00:14:32: So und diese Freiheit, das ist ja das was uns im Wettbewerb meiner Meinung nach eben die Möglichkeit gibt überlegen zu sein.
00:14:40: Also was besser hinzukriegen, was schneller hinzukriegen aber wenn wir diese Freiheit natürlich zu sehr einengen und zu sehr strangulieren geht genau diese Fähigkeit verloren.
00:14:51: Und das ist das wofür ich eben werbe dass man einmal die Freiheit wiedergibt.
00:14:58: Das zweite, wir brauchen ein gemeinsames Ziel.
00:15:01: Wo wir hinlaufen möchten und wo sich nicht jeder aber einen Großteil sagt ja das macht Sinn da kann ich mich mit identifizieren.
00:15:10: Ergänzend dazu dieses Ziel dieser Leuchtturm
00:15:15: die Richtung
00:15:17: die setzt doch schon mal in Kraft dass man ganz viele Leute alleine gehen lassen kann.
00:15:22: wenn doch klar ist wir gehen nach Nordwesten dann weiß jeder Wenn er Richtung Süd läuft, ist irgendwas verkehrt.
00:15:29: Also das heißt merkt schon mal eine grobe Orientierung und dann können die Leute auch in Freiheit arbeiten, leben, irgendwas leisten für die Gesellschaft.
00:15:41: Und das ist etwas was meines Erachtens und ich komme jetzt mal auf ihr erstes Buch Die Zukunftslust.
00:15:48: Ich laufe ein gemeinsames Ziel sie grundvoraussetzung und wir haben weder als Europa noch als Deutschland ne klar definierte Zielsetzung.
00:15:57: Die fehlt einfach.
00:15:58: Und ich glaube, die würde uns schon sehr
00:16:01: helfen
00:16:02: für die Zukunft Menschen mitzunehmen.
00:16:05: weil das ist jetzt noch was ich noch sagen wollte zu dem was sie eben einwarfen mit der Freiheit.
00:16:12: Die Freiheit hat natürlich den Nebeneffekt dass sich Verantwortung übernehmen muss weil wer frei
00:16:18: ist ganz wichtig
00:16:19: er hat Verantwortung
00:16:20: und trägt auch Risiken.
00:16:21: ja der trägt Freihalter heißt nicht Ich kann machen was ich will
00:16:25: Und da ist natürlich dieses Einselementiertsein in einen goldenen Käfig der Regeln ein sehr beruhigendes, der Komfortzone nicht so fremdes Gebiet.
00:16:38: Da kann man sich zurücklehnen und sagen ja das regelt ja dieses Gesetz und das reglt die Vorschrift... Aber die Freiheit bedeutet natürlich, dass ich für alles was ich tue Verantwortung
00:16:49: nehme.
00:16:49: Ja und setzt auch vom Menschenbild.
00:16:51: also wenn nicht mehr Freiheit gebe setzt es natürlich voraus das wir grundsätzlich davon ausgehen, dass die Menschen gut sind.
00:16:59: Also das ist, finde ich ein entscheidender Punkt.
00:17:00: nochmal.
00:17:01: Was setzt sie voraus?
00:17:02: Dass die Mehrheit einfach böse ist.
00:17:04: Dann muss natürlich ganz viele Regeln machen damit sie diese Böse nicht ausleben.
00:17:08: Mein Menschenbild ist eher im Grunde genommen wollen eigentlich einen sehr, sehr großen Anteil der Menschen schon was Gutes, was Sinnvolles schlussendlich tun und deshalb muss sich viel Freiheit geben.
00:17:20: nur wer dann darin Fehlerhaft verhält, also kriminell wird sonst irgendwas.
00:17:27: Da muss ich natürlich dann gucken dass sich dem Einhalt gebiete.
00:17:31: aber auch nur dann und mein Eindruck ist das wir sehr stark reingegangen sind so von dem was kann alles schief gehen?
00:17:38: Was könnte einer machen?
00:17:39: Mein eins meiner Lieblingsbeispiele ist das bidirektionale Laden Also daß ich auch Strom zurück ins Netz bringen.
00:17:46: So in Deutschland ist es eben sehr stark davon diskutiert worden.
00:17:52: Dann
00:17:52: fährt also der
00:17:53: Mensch zum
00:17:54: Arbeitgeber, lädt da umsonst und fährt dann ganz schnell nach Hause und speist es ein.
00:18:00: So, dann verdient er ja damit Geld!
00:18:02: Also wie zahlt das Steuern?
00:18:04: Wie macht er das so?
00:18:04: Das heißt man hat wieder was konstruiert, dass der Mensch dann sowas nur macht, um's auszunutzen... Und das müssen wir ausschließen.
00:18:11: Bevor wir damit anfangen, müssen wir das erstmal alles ausschliessen, sodass das nicht funktionieren kann.
00:18:16: So, mein Ansatz wäre ermöglicht doch erstmal das so was geht und dann beobachten wir eine Zeit lang.
00:18:22: Und wenn man dann sehen, dass ganz viele Menschen das wirklich missbrauchen ausnutzen, dann ziehen wir die Regeln nach, dass das halt nicht mehr geht aber nicht anders herum.
00:18:31: Das heißt wir würgen bevor überhaupt etwas entsteht und wir wissen ja gar nicht, was geht richtig ab?
00:18:37: Wer weiß das schon?
00:18:38: Ja!
00:18:39: Und das ist genau mein Punkt.
00:18:40: also gebt doch insbesondere wenn sich was entwickeln soll die Freiheit oder Wasserstoff Da sagen wir, der muss grün sein.
00:18:49: Sonst fangen wir erst gar nicht an!
00:18:50: Das sorgt dafür ist zu teuer... Ich komme gar nicht in den Markt rein.
00:18:54: Wenn ich jetzt sage Wasserstoff ist es, lass sich das erstmal entwickeln und wenn ich sehe da geht richtig was ab, da ist Rendite drin, da entsteht ein Markt dann sag' ich ok jetzt steuere ich nach und jetzt gehe ich schrittweise dahin dass die Quelle woher kommt der Wasserstoff gucke ich mir dann an.
00:19:09: also Schritt für Schritt das ermöglichen ja?
00:19:12: Und wir machen die Hürden viel zu hoch Wir machen die Hürden viel zu hoch und das wirkt Unternehmertum in unserem Land, in Europa im Kern halt ab.
00:19:24: Und das ist genau das was wir beobachten da entsteht zu wenig.
00:19:26: dann kommen immer wieder Ja aber guckt ihr das Beispiel an?
00:19:29: Das Beispiel ja.
00:19:29: es gibt Anekdoten wo's trotzdem funktioniert Aber es funktioniert halt nicht nach der Gaussverteilung häufig genug und dass ist genau der Punkt.
00:19:38: Natürlich gibt es Erfolgsbeispiele Die will ich auch nicht kleinreden und wir haben super viele Chancen und es ist auch nicht alles schlecht.
00:19:44: Aber wir müssen eben dieses in der Breite wieder möglich machen, dass da wirklich was passiert und abgeht.
00:19:51: Und das ist dann die Gründerwelle, ja?
00:19:55: Das, was wir eigentlich brauchen – Die Gründerszeit, die uns tatsächlich von der Lebenwehr heute noch, von der ersten Gründertzeit….
00:20:02: und wir brauchen jetzt eigentlich die zweite.
00:20:05: Und dafür müssen wir einiges tun!
00:20:08: Also
00:20:09: Sie haben alle meine Unterschriften alles, was ich dazu beisteuern kann, weil ich genau das für existenziell wichtig erachtet.
00:20:18: Erstens, ich nehme jetzt immer die Beispiele auch aus der Wirtschaft.
00:20:22: Amazon hat beispielsweise verhältnismäßig schnell die Reklamationsabteilung abgeschafft weil klar war es ist so viel Aufwand und ich muss so viele Menschen damit
00:20:34: beschäftigen.
00:20:35: nur um zu prüfen Ist die Ware jetzt anständig verpackt zurückgekommen muss sie neu verpacken kann man den nochmal verwenden?
00:20:42: wurde ersatzlos gestrichen.
00:20:43: jetzt kann man sagen wir produzieren hier viel müde durch die rücksendungen.
00:20:47: aber
00:20:48: im prinzip ist es genau das was sie sagen lasst doch erst mal laufen.
00:20:53: wir sind eher positiv gestimmt und schauen wir was wir rausholen können, was sich ergibt.
00:20:59: bevor wir in jedem baum ein verbrecher vermuten haben wir jetzt ja auch in der Sozialdiskussion mit Bürgergeld und was auch immer.
00:21:07: Ich denke mir dann immer, die paar Fälle, die das ausnutzen wird es immer geben.
00:21:12: also kann man nicht ausschließen.
00:21:13: aber die große Mehrheit Stell ich doch nicht unergeneral verdacht.
00:21:18: Auch da, wir versuchen immer Schuldige.
00:21:22: Je nachdem aus welcher Richtung man jetzt kommt... Da sind es die Sozialschmerz, also die Armen, die irgendwo was machen und die anderen sagen dann nein das sind die Bösen reichen.
00:21:31: deshalb geht's uns allen schlecht.
00:21:33: Man sucht immer einen Block an Schuldigen.
00:21:35: Ich dachte, über den Punkt wären wir hinaus.
00:21:37: Man sucht immer eine Gruppe die Schuld hat und die eigentlichen Probleme dass wir effizienter werden müssten das super viel Geld verschwendet wird, dass wir eigentlich gar kein Einnahmenproblem haben sondern wir unnütz viel Geld ausgeben ja dass wir ein Riesenapparat haben um Bürgergeld zu vergeben.
00:21:53: also an diese Sachen müsste man schlussendlich halt ran ja und da halt schauen dass man nicht einzelne Gruppen als die Boomener hinstellt und das wird von allen Seiten gemacht, sondern wir müssen die Probleme lösen.
00:22:05: Und das ist auch aus meiner Sicht was eine große Frustration eben auch zu Recht halt auslöst, dass wir die eigentlichen Probleme nicht lösen.
00:22:15: Wir suchen immer schuldige Gruppen Aus welchem Blickwinkel?
00:22:17: Die einen gucken von links, die anderen von rechts drauf und dann ist es immer ne andere Gruppe Schuld.
00:22:23: Das löst aber unser Problem nicht Und das ist das, was ich mir auch wünsche.
00:22:30: Das war gucken wie können wir eben daran arbeiten dass Innovationen wirklich stattfinden?
00:22:35: ja also dass der Kuchen größer wird Also den kleiner werdenden Kuchen gerechter zu verteilen Ja mag eine herre Aufgabe sein aber irgendwann Ist halt nichts mehr da und dann gibt es auch nichts mehr zu verteilten und dann schlagen uns dann die Köpfe ein Ich kenne ja uns Menschen das wird ja dann passieren.
00:22:51: das heißt wir müssen schön gucken dass dieser Kuchen eher größer werden nicht kleiner Und dann ist es auch nicht mehr.
00:22:58: Ich hab fünf Kinder und wenn's da genug Kuchen gibt, dann streiten die Kinder sich gar nicht so sehr darum wer jetzt wie große Stücke halt bekommt weil dann alle... satt werden und mehr als genug haben.
00:23:08: Ganz simpel!
00:23:09: Wenn es nur einen kleinen Kuchen gibt, dann wird sehr genau darauf geachtet wer was bekommt und dann gibt's erstmal viel Diskussion und Stress und Streit und man muss klare Regeln finden usw.. Und ich bin einfach ein Freund davon.
00:23:21: lasst uns doch bitte überlegen und auf konzentrieren wie der Kuchen größer wird und das war meiner Meinung nach auch ein Erfolgsmodell was bei uns sehr gut funktioniert hat Und dadurch entstehen ja auch wieder Aufstiegschancen zum Beispiel.
00:23:34: Jetzt wieder zu gucken, wie kann ich denn die, die viel haben und erfolgreich waren?
00:23:38: Wie kann ich die wieder auf mein Level runterholen?
00:23:41: Ja also das ist der Klassiker den ich insbesondere in Deutschland... Wenn ich gute Schüler habe muss ich nach unten angleichen damit alle gleich sind wenn alle gleich sein sollen geht es eigentlich nur Ich zieh runter!
00:23:54: Aber ich glaube dass macht's im Summe eben nicht gerechter und nicht besser unsere Welt, sondern wenn wir denen die leistungsfähig sind helfen Leistung zu bringen.
00:24:06: Dann sollten sie natürlich auch was abgeben.
00:24:08: Aber es muss immer austariert sein, dass die Leute, die was leisten können auch Lust haben mehr zu leisten.
00:24:16: Dann ist in Summe mehr da weil sich dann auch in bestimmten Maße halt wieder verteilen kann.
00:24:21: Das für mich eigentlich eine ganz einfache Sache aber immer wieder verfallen war in so Ideologien von allen Seiten und das führt uns nicht weiter.
00:24:30: und das ist Frustration pur finde ich.
00:24:33: und das andere ist wir müssen glaube ich gar nicht... viele Gesetze unbedingt ändern.
00:24:38: Aber der Mut bei den Entscheidern, bei den Behördenleitern und so weiter etwas zu entscheiden und auch die Freiräume auszunutzen wird zu wenig genutzt.
00:24:49: Also es liegt das Besteck eigentlich vor uns.
00:24:54: wir müssen uns aber wieder konsequent halt nutzen.
00:24:56: dazu gehört auch Mut.
00:24:58: Dazu gehört der Mut dass wirklich eben auch zu tun Und auch nicht die ganze Zeit Angst davor zu haben, dass jetzt dann steht die Presse wieder und wirft mir halt schlussendlich irgendwas vor.
00:25:08: Sondern wir müssen das halt gut strukturieren.
00:25:11: Also ein Freund der Frank Doppheit hat mal einen wunderbaren Satz gesagt zu dem Thema heute ist es wichtiger das Fernseh-Duell zu gewinnen als sie Probleme zu lösen.
00:25:24: Der Satz trägt ganz viel Wahrheit in sich.
00:25:28: Es ist viel Meinungsmache Und wenig
00:25:32: Mut
00:25:33: zur tatsächlichen Umsetzung.
00:25:35: Deswegen finde ich unser Gespräch so wichtig und auch ihre Arbeit so wichtig, weil es genau darum geht Dinge zu überlegen einerseits und dann auch zum machen.
00:25:46: Das mit dem größeren Kuchen ist meines Erachtens das Basisproblem was wir in unserer Industrie- und Wirtschaft haben.
00:25:54: Es wird nämlich nur noch geschaut was wir hinten einsparen und weglassen können.
00:26:01: für alle Beteiligten.
00:26:03: Das Gegenteil wäre der richtige Weg, nämlich zu schauen wie machen wir den Kuchen den Kröger?
00:26:08: Was gibt es denn für Dinge die wir für die Zukunft wieder als neue Betätigungsfelder und als neue Geschäftsfelder definieren können wo wir Vorreiter sein können
00:26:19: vor Denker?
00:26:20: und das braucht den Mut.
00:26:22: und es braucht die Unternehmer also die gemeinsam was unternehmen
00:26:26: wollen Ja, und braucht auch Leistungsbereitschaft schlussendlich.
00:26:30: Also das heißt da sind wir auch wieder an einem guten Punkt.
00:26:32: es kann im Augenblick nicht eine alleine drehen also ist nicht eine Gruppe sondern ich glaube wir müssen alle schon gucken dass jeder auch nochmal hinterfragt dass sich von lieb gewonnenen Dingen schon Abschied nehmen muss.
00:26:49: die Frage ist ja immer wofür?
00:26:51: Und deshalb glaube ich wir brauchen diese gemeinsame Vision von zum Beispiel der Wirtschaftsunion Europa mit einer klugen Partnerschaft, mit Afrika.
00:27:01: Und dann kann man sich noch irgendwie als darüber ausdenken sei es wir wollen das Weltall erobern oder wir sagen uns als Gesellschaft Wir wollen ganz viele seltene Krankheiten heilen So und dann ergibt sich ein Bild jetzt kein.
00:27:15: ihr sagt ja das ist aber nicht meine Wieso?
00:27:17: Ja das mag sein Aber ich glaube wir brauchen so eine.
00:27:20: Das ist auch Aufgabe von Politik.
00:27:22: da wollen wir schlussendlich hin.
00:27:24: Ich erinnere nochmal, nachdem Europa in Schutt und Asche nach dem Weltkrieg lag hat Deutschland ja geschafft.
00:27:31: In der sozialen Marktwirtschaft mit einem tollen Grundgesetz die Leute, die Menschen zu einen und dann haben sie gewaltiges Jahr geleistet.
00:27:39: Das muss man einfach mal so sagen und mit ganz, ganz schlechten Voraussetzungen Mit viel schlechteren als heute.
00:27:45: Da würde heute keiner mehr ausstehen, gell?
00:27:47: Da hätte doch keiner einen Cent drauf gewettet, dass das eine erfolgreiche Wirtschaftsnation wird.
00:27:52: aber die Menschen haben es hingekriegt weil sie eben in eine Richtung schlussendlich gelaufen haben und dann auch natürlich gesehen haben Es geht in Richtung Erfolg.
00:28:00: also der Kuchen wird größer.
00:28:02: Dann hat man noch die Weltmeisterschaft gewonnen Das hat selbstbewusst angegeben.
00:28:05: Also ein paar glückliche Umstände sind dann auch dazu gekommen.
00:28:08: so.
00:28:09: Aber wenn wir uns jetzt nochmal auf die Fahne schreiben, dann nutzt es ja jetzt nichts rumzuheulen wie schlecht was haben.
00:28:16: Sondern wir müssen auf das Spielfeld draufgehen und gewinnen wollen.
00:28:19: Und da müssen wir uns aber auch anstrengen – und zwar jeder Einzelne!
00:28:21: Und nicht nur den anderen anstreinen du musst dich mehr anstrecken, sondern jeder Einzene, ne?
00:28:26: Die gesamte Mannschaft.
00:28:28: Damit meine ich eben von Gewerkschaft über Politiker, über Unternehmer, über Reiche, über normale Menschen.
00:28:35: Wir müssen hingehen und wirklich anpacken.
00:28:37: Jeder davor steht und er muss als erstes
00:28:40: anfangen.".
00:28:41: Also nicht erst ihr anderen, dann fange ich auch an.
00:28:44: Wir legen los und das ist genau der Effekt den wir aus meiner Sicht jetzt brauchen um diesen gordischen Knoten dieser Abwärtsspirale in der wir uns gerade befinden aus viel Frustration die man aber noch mal auch erstmal anerkennen muss also den Leuten einfach alles super und läuft schon und ich muss es dir nur besser erklären Das funktioniert nicht sondern wir müssen einmal sagen ja es läuft gerade ziemlich viel schief Und nicht gut, das ist der Frustteil.
00:29:09: So aber was machen wir jetzt damit?
00:29:11: Ergötzen war uns jetzt eine Frustration und ziehen uns weiter runter in Yamatal oder sagen wir so machen wir da raus Wir gehen da jetzt raus und greifen an und sind mutig.
00:29:22: In der Geschichte haben die Menschen auch viel Mist gebaut Aber man sieht auch ganz viele schöne Beispiele Wenn man da zusammen anpackt wie eben das Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg kann auch gigantisches tolles entstehen weil die Menschen zusammen funktionieren und ihre Chancen ergreifen.
00:29:36: Dieses Bild löst immer noch Gänsehaut aus bei ganz vielen.
00:29:41: Und ich finde es schade, dass zum Frust natürlich noch dazu kommt, dass er sich viel besser verkauft als die Vorfreude und deswegen wird er auch gefördert an ganz vielen Stellen.
00:29:54: Es werden Drohkolisen aufgezogen!
00:29:57: Der Begriff bringt's eigentlich wunderbarerweise auf den Punkt weil es ist etwas Artifizielles... Die hat einen Zweck Und genau das ist, was ich vermisse.
00:30:09: Mir fehlen die ganzen positiven Beispiele auch in der Medienlandschaft, dass wir über Dinge reden, die gut laufen!
00:30:18: Natürlich gibt es den Frust und natürlich gibt's ganz viel, was wir verändern
00:30:21: müssen.
00:30:22: Ja, ich glaube, es geht um die Intentionen also die guten Beispile und dann kommst du zu zeigen, dass du gar keinen Frust haben darfst?
00:30:31: Das ist glaube ich eben der falsche Weg die guten Beispiele zu zeigen und zu sagen, es gibt eine Chance.
00:30:37: Die müssen wir
00:30:38: nutzen.".
00:30:39: Und natürlich müssen wir dann auch an Standortfaktoren arbeiten und viele andere Dinge aus dem Weg räumen.
00:30:46: Das ist einfach so!
00:30:47: Das habe ich erkannt in meinem ersten Buch Zukunftslust.
00:30:50: Habe ich ja sehr stark... Wir können mit Technologie die Probleme lösen.
00:30:53: Da bin ich nach wie vor überzeugt, dass das geht.
00:30:57: Was da aber gefehlt hat, ist genau dieser Blick Wie einig ich uns denn?
00:31:02: Was ist das gemeinsame Big Picture, das große Bild dahinter wie man das zu Bewegung werden lässt.
00:31:09: Und das fängt eben damit an dass wir erstmal den Frust der in uns steckt ernst nehmen und anerkennen und er ist auch zurecht
00:31:17: da.
00:31:18: Ja klar.
00:31:19: Das verweckgeschoben und das habe ja rausgearbeitet an den Interviews die hier geführt haben.
00:31:24: Da ist viel Frustration berechtigterweise da Und dann legen wir das mal auf den Tisch und dann kommt aber die Frage, so was machst du raus?
00:31:32: Und Sie haben das eben richtig gesagt.
00:31:34: Freiheit verpflichtet auch.
00:31:35: Ja jetzt müssen wir doch dann aus dieser Frustration heraus... Wir sehen ja keine kleinen Kinder, die dann trotzig uns in die Ecke stellen.
00:31:43: Würden sagen okay, was kann ich denn wirklich beitragen?
00:31:46: Es ist uns ja auch in Europa, in Deutschland viel geschenkt.
00:31:50: Das ist ja auch nicht alles schlecht da bin ich auch voll bei Ihnen.
00:31:54: Und dann gehen wir doch mal mit der Objektivität dran.
00:31:57: Ich gebe jetzt Gas und bringe Leistung.
00:32:00: Wenn ich diese Leistungen bringe, dann habe ich auch wieder einen Anrecht zu fordern.
00:32:05: Du sollst auch Leistungen bringen bitte!
00:32:08: Aber das ist genau... Das ist schon ein entscheidender Unterschied finde ich.
00:32:11: Das heißt erstmal in Vorleistung zu gehen, Vertrauensvorschuss vor Leistung zu kämpfen für was man für richtig hält wirklich ins Machen zu kommen und andere mitnehmen Und das dann auch aber auch einfordern.
00:32:23: Das finde ich auch richtig.
00:32:24: und dann nicht ja, ich leiste bis ich kaputt umfalle weil die anderen es nicht tun.
00:32:28: da müssen wir anderen auch mitziehen.
00:32:30: Aber der unterschied ist selber als erstes loslaufen und nicht sagen erstmal müssen alle anderen laufen und Dann stehe ich von meinem sessel auf.
00:32:37: also ich glaube dass ist der masterpunkt schlechthin.
00:32:41: Das haben wir jetzt auch bei der ganzen E-Mobilitätsdiskussion mitbekommen.
00:32:46: Solange die Kreuzfahrtschiffe noch fahren, brauchen wir über die Luftfahrt nicht diskutieren und solang es die beiden noch gibt dann können wir auch noch ein paar Verbrenner fahren lassen.
00:32:54: Also jeder schiebt auf den anderen.
00:32:57: Jeder sagt Lass doch die erst mal anfangen!
00:32:59: Und das entspricht exakt auch meiner Wahrnehmung dass wir anfangen müssen mit kleinen Schritten.
00:33:04: Es können ganz kleine Dinge sein, aber wir jeder für sich selbst.
00:33:08: insofern ist das Starting with the Man In The Mirror sicherlich der richtige Anfang.
00:33:15: und trotzdem gibt es ja nicht nur die Erfolgsgeschichten, es gibt auch Dinge die schief gehen und die muss man benennen dürfen.
00:33:23: den Frust wie sie sagen kann man nur reflektieren wenn man ihn erst mal zulässt.
00:33:29: Aber eigentlich das is keine deutsche Tugend
00:33:32: Ja, genau.
00:33:33: Ich meine so ergibt sich für mich auch diese Ableitung von Toleranz.
00:33:37: Tolerans heißt ja nicht dass ich alles gut finde sondern dass ich unterschiedliche Dinge ertrage und aushalte und erstmal auch stehen lasse.
00:33:44: Und auch das ist mir persönlich sehr, sehr wichtig.
00:33:47: Dass wir eben auch zulassen, dass es sehr unterschiedliche Meinungen gibt.
00:33:52: Ich kann dann sagen, dass ich deine Meinung in dem Punkt nicht gut finde.
00:33:56: Das heißt ja trotzdem nicht, dass sich den Menschen in gut und schlecht unterteile.
00:33:59: Ich habe eine klare Position und bin der festen Überzeugung nur wenn man klare position hat Dann kann man eben auch anderes zulassen.
00:34:06: Das wird oft verwechselt, ne?
00:34:07: So eine Wischi-Waschi, das ist alles in Ordnung... Nee es ist nicht!
00:34:12: Es ist nicht alles in ordnung.
00:34:13: Jeder hat da ein Wertesystem und das finde ich darf man auch offen sagen.
00:34:17: Und das darf sich auch entteilen wie der Sprechen.
00:34:19: Ja so, das hört dann auf wenn man anderen versucht zu zwingen, so zu sein wie man selbst.
00:34:24: Das ist natürlich gerechtfertigerweise eine Grenze.
00:34:27: Und da haben wir glaube ich über die letzten Jahre auch in der Diskussionskultur verloren und gehen immer mehr in so einen Spaltpilz, weil die Leute werden eingeordnet – wie oft ich jetzt schon eingeordnete worden bin durch einzelne Meinungen entweder in diese Ecke oder die.
00:34:41: Da frage ich ja dann addier mal die ganzen Ecken?
00:34:43: Dann passt es halt nicht mehr!
00:34:44: Gut, und da glaube ich müssen wir auch wieder raus auf eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen und dieses Skandalisieren.
00:34:51: Das muss, glaube ich auch wieder ein Stück weit zurückgeschraubt werden.
00:34:54: Einfach mal was aushalten, weil man sonst eben wirklich nur an dem Kern kratzt.
00:34:59: Der hat das Wort benutzt.
00:35:00: Oh!
00:35:01: Was da aber war nicht.
00:35:01: Jetzt muss er zurücktreten... Ich weiß es nicht ne?
00:35:04: Also dann machen wir uns unsere Politiker und andere Unternehmenslenker natürlich zu welchen die fünfmal überlegen, welches Wort benutze ich, was sage ich?
00:35:11: Und dann kommt halt nur noch weichgespültes blau-blau-und heiße Luftwahl raus.
00:35:16: Lass doch wieder mal Kanten zu und Ecken.
00:35:18: wenn ich mal in Diskussionen von früher Straus oder sonst was gehen, da habe ich ja auch wirklich angebrüllt und war auch mit harten Bandagen.
00:35:28: Aber wenn ich mir das mal so anschaue immer den Eindruck die kämpfen für eine Sache.
00:35:33: Ob man das jetzt halt gut fand?
00:35:34: Oder nicht, steht nochmal auf dem anderen Blatt.
00:35:36: aber die kämpfen und dringen für eine gute Sache und wollen in der Demokratie etwas durchsetzen.
00:35:41: Und ja also muss man auch mal aushalten können.
00:35:44: Das mache ich mit Gelassenheit und da müssen wir glaube ich auch wieder hin bis hin dass man auch mal eine Zeit lang über viele Jahre teilweise mal aushält, das einer oder andere Meinung hat die man nicht akzeptiert.
00:35:55: Ja vielleicht kommt er dann und schwenkt ein auf meine Meinung... Vielleicht ändere ich aber auch meine.
00:36:00: Mein Lieblingsbeispiel ist da immer Kindererziehung als ich noch nicht selber Kinder hatte.
00:36:05: Wie ungezogen die sind!
00:36:06: Da musst du mal hier erzähl die doch mal vernünftig usw.
00:36:09: Und als ich dann eigene hatte, oh da war mir das Grotten peinlich weil ich es gemerkt habe wie Anspruchsvoll und schwierig.
00:36:16: Das ist wirklich ein guter Vater zu sein, seinen Kindern zwischen Freiraum und Erziehung und in welchem Alter die überhaupt was verstehen können.
00:36:25: Und das war mir wirklich hochnotpeinlich.
00:36:27: und seitdem überlege ich sehr sehr gut bevor Ich urteile auch meine meinungen stelle ich nicht mehr als absolut hin sondern da um.
00:36:33: Die können sich vielleicht auch ändern.
00:36:35: also sei vorsichtig über den menschenzuurteil.
00:36:37: dass heißt nicht dass ich jetzt keine klaren Standpunkte mehr habe.
00:36:41: Das ist mir wichtig, ich hab klare Standpunkten aber akzeptiere eben wenn andere hat auch wenn sie sehr konträr sind zu meinen das verstehe ich unter Toleranz und trotzdem komme ich mit den Menschen aus.
00:36:55: Lieber Professor Dr.
00:36:57: Kampke unsere Zeit neigt sich schon dem Ende zu.
00:37:02: es war mir ein Fest mit ihnen über diese Dinge reden zu können.
00:37:06: Ich hatte noch zehn, zwölf, fünfzehn weitere Themen vorbereitet.
00:37:11: möglicherweise machen wir noch einen zweiten Teil.
00:37:13: sehr gerne also es
00:37:14: würde mir extrem viel Spaß machen weil ob das das humanotop ist auf der einen Seite und viele andere dinge mit denen sie sich auseinandersetzen die es wert wären auch nochmal thematisiert zu werden oder auch noch mal ein bisschen intensiver in das Buchprojekt einzusteigen, was wir eben kurz angerissen haben mit den ganzen Gesprächen die sie geführt haben zum Thema Zukunftsfrust und Zukunftsmut.
00:37:43: Also es gäbe noch genug zu diskutieren.
00:37:45: Das war mir eine große Freude dass wir uns austauschen durften, dass ich heute hier sein dürfte.
00:37:51: Ganz meinerseits!
00:37:52: Und wünsche Ihnen alles alles Gute weiterhin viel Erfolg und auf ein nächstes Mal.
00:37:58: Nämlich gerne auf, Sie sind immer willkommen!
00:38:01: Vielen Dank für das Gespräch.
00:38:02: Danke Ihnen.
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